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Presseinformation Nr. 11 vom 27. Juni 1998

1.7.98: Neues Unterhaltsrecht für Kinder tritt in Kraft

Bundesrechtsanwaltskammer, Bonn. Im Rahmen der Kindschaftsrechtsreform tritt am 1. Juli 1998 das neue Kindesunterhaltsgesetz in Kraft. Auf die folgenden Neuregelungen weist die Bundesrechtsanwaltskammer hin:

  • Es gilt "gleiches" Unterhaltsrecht für "eheliche" und für "nichteheliche" Kinder.
  • Unverheiratete Kinder von 18 bis 21 Jahren, die im Haushalt von Elternteilen leben und sich in allgemeiner Schulausbildung befinden, stehen unterhaltsrechtlich minderjährigen Kindern gleich.
  • Kinder können in einem vereinfachten Verfahren sogenannten Regelunterhalt verlangen.


Die ab dem 1.7.98 gültigen Regelbeträge, die als Mindestbeträge zu zahlen sind, ergeben sich aus der unten stehenden Tabelle.

Das Kind kann auch sogenannten pauschalierten Individualunterhalt geltend machen, der bis zum 1,5-fachen des Regelbetrages im vereinfachten Verfahren beansprucht werden kann.
Dynamisierung des Unterhaltsanspruchs: Die Regelbeträge werden künftig alle zwei Jahre entsprechend der Nettolohnentwicklung automatisch angepaßt. Ebenso wird bei Überschreiten der Altersgrenze automatisch der Regelbetrag der nächsthöheren Altersstufe berechnet. Gerichte und Behörden müssen hierzu nicht in Anspruch genommen werden.

"Es sollte deshalb unbedingt anwaltliche Hilfe zu Rate gezogen werden, um zu klären, welche der Unterhaltsmöglichkeiten für das Kind günstiger ist", so Rechtsanwältin und Notarin Ingeborg Rakete-Dombek, Vorsitzende des Familienrechtsausschusses der Bundesrechtsanwaltskammer, und fügt hinzu: "Die Vorteile des schnellen vereinfachten Regelunterhaltes liegen auf der Hand. Es sollte aber in jedem Einzelfall geprüft werden, ob der individuelle Bedarf des Kindes durch die relativ geringe Höhe der Regelbeträge gedeckt werden kann."


Bonn, den 27. Juni 1998

 

Pressekontakt

Rechtsanwältin Stephanie Beyrich
Geschäftsführerin
Pressesprecherin

Bundesrechtsanwaltskammer
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Tel. 030.28 49 39 - 0
Fax 030.28 49 39 -11
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