Presseinformation Nr. 28 vom 28. 09. 1999

Bewegung bei der Juristenausbildung
Bundesrechtsanwaltskammer setzt neue Zeichen

Bundesrechtsanwaltskammer, Bonn. In die Diskussion zur Juristenausbildung kommt neue Bewegung. Die 86. Hauptversammlung der Bundesrechtsanwaltskammer hat sich anläßlich ihrer Tagung in Karlsruhe am 24. September 1999 für eine reformierte Juristenausbildung, wie sie zur Zeit von der Justizministerkonferenz favorisiert wird, ausgesprochen. Das von den Vertretern der deutschen Anwaltschaft einvernehmlich beschlossene Modell sieht vor, die derzeitige Referendarsausbildung durch eine praxisorientierte zweijährige Ausbildung in der Anwaltschaft zu ersetzen.

Hierzu der am 24. September 1999 von der Hauptversammlung neugewählte Präsident der Bundesrechtsanwaltskammer, Rechtsanwalt und Notar Dr. Bernhard Dombek: "Wir sind der Auffassung, daß eine Entscheidung über die spätere Berufswahl zum Rechtsanwalt, Richter oder Verwaltungsjuristen bereits sehr frühzeitig nach dem 1. juristischen Staatsexamen getroffen werden muß."
"In einer Einarbeitungsphase von zwei Jahren soll der Referendar auf den Beruf vorbereitet werden", erläutert Dr. Dombek: "Für das Anwaltsmodell bedeutet dies als Schwerpunkt eine kontinuierliche Mitarbeit in der Anwaltskanzlei. Dies würde auch bedeuten, daß der betreuende Anwalt die Mitarbeit angemessen vergütet."

"Natürlich muß diese berufsbezogene Praxisausbildung durch eine theoretische Fortbildung ergänzt werden", betont Dr. Dombek, "und an ihrem Ende eine schriftliche und mündliche Prüfung stehen. Wer nach zweijähriger kontinuierlicher Einarbeitungszeit dann die schriftlichen und mündlichen Prüfungen bestanden hat, ist zu einer kompetenten Rechtsberatung in der Lage und wird konsequenterweise zur Anwaltschaft zugelassen", erklärt der neue Präsident der Bundesrechtsanwaltskammer.


Bonn, den 28. September 1999

 

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