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Presseinformation Nr. 37 vom 27.12.1999

1. Januar 2000: 100 Jahre Bürgerliches Gesetzbuch
Bundesrechtsanwaltskammer warnt vor Rechtszersplitterung

Bundesrechtsanwaltskammer, Bonn. Zum Millenniumswechsel wird das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) 100 Jahre alt. Am 01.01.1900 trat das BGB in Kraft und damit nach Jahrhunderten der Rechtszersplitterung erstmals ein einheitliches Privatrecht für ganz Deutschland.

"Die klare Struktur des BGB mit knapp gefaßten klaren Gesetztesnormen, macht es zu einem für den Rechtspraktiker überschaubaren Regelwerk.", erklärt Rechtsanwalt und Notar Dr. Bernhard Dombek, Präsident der Bundesrechtsanwaltskammer, "hiervon hat sich bedauerlicherweise die heutige Gesetzgebung mit ihrer Tendenz zur Normierung komplizierter Einzelfallsregelungen weit entfernt."

Trotz seines ‚hohen Alters’ hat das BGB in der heutigen schnellebigen Zeit seinen Grundcharakter weitgehend nicht verändert. Grundlegende Reformen erlebte vor allem das - ursprünglich patriarchalisch ausgerichtete - Familienrecht und das vom Wirtschaftsliberalismus geprägte Schuldrecht durch sozialpolitische Ergänzungen, beispielsweise im Bereich des Miet- und Arbeitsrechts.

Zahlreiche Ergänzungen erfuhr das BGB in jüngerer Zeit über den europäischen Gesetzgeber mit Spezialgesetzen, wie dem Gesetz der Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGBG), dem Produkthaftungsgesetz, dem Haustürwiderrufsgesetz oder dem Verbraucherkreditgesetz. "Die zunehmende Europäisierung des Zivilrechts darf jedoch nicht zu einer bereits tendenziell bemerkbaren Zersplitterung des national gewachsenen Privatrechts führen," mahnt Dr. Dombek an, "durch die Schaffung weiterer Spezialgesetze außerhalb des BGB, besteht die Gefahr, daß die Übersichtlichkeit des bürgerlichen Rechts verloren ginge."



Bonn, den 27. Dezember 1999

 

Pressekontakt

Rechtsanwältin Stephanie Beyrich
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