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Presseinformation Nr. 6 vom 22.03.1999

Neues Berufsrecht für die Anwaltschaft: Bundesrechtsanwaltskammer beschließt neue Fachanwaltschaft für Insolvenzrecht

Bundesrechtsanwaltskammer, Köln/Bonn. "Die Anwaltschaft ist für die neue Insolvenzordnung, die am 1.1.1999 in Kraft getreten ist, gut gerüstet. Durch die Einführung der neuen Fachanwaltschaft für Insolvenzrecht wird der rechtsuchende Bürger dies besser erkennen können", zieht Rechtsanwalt und Notar Dr. Eberhard Haas, Präsident der Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) und zugleich Vorsitzender der Satzungsversammlung Bilanz über deren siebte Sitzung am 21. und 22. März in Köln.

Für nun insgesamt sieben Rechtsgebiete soll es nach dem Beschluß der auch als "Anwaltsparlament" bezeichneten Satzungsversammlung die Zusatzqualifikation "Fachanwalt" geben. Bisher gab es bereits den Fachanwalt für Steuer-, Verwaltungs-, Sozial- und Arbeitsrecht und seit März 1997 für Familien- und Strafrecht. "Noch in diesem Jahr wird es die ersten Fachanwältinnen und Fachanwälte für Insolvenzrecht geben", erklärt Dr. Haas, "nachdem heute in Köln die hierzu notwendigen Voraussetzungen beschlossen worden sind."

Als Voraussetzungen für die Verleihung der Zusatzqualifikation verlangt das Anwaltsparlament, das zum zweiten Mal in der Geschichte der deutschen Anwaltschaft (durch 88 direkt gewählte Anwälte aus den Kammerbezirken) eine Berufsordnung für die Ausübung des Rechtsanwaltsberufs als Satzung erläßt, folgende Voraussetzungen:
Neben besonderen praktischen Erfahrungen im Insolvenzrecht sind besondere theoretische Kenntnisse (durch Prüfungen) auf dem Gebiet des Insolvenzrechts nachzuweisen, die auch betriebswirtschaftliche Grundlagen zu Insolvenzverfahren umfassen müssen.
"Die Fachanwaltsbezeichnung für Insolvenzrecht soll ihren Teil dazu beitragen, daß sich die bisher oft als "closed shop", bezeichnete Praxis der Insolvenzgerichte, nur einen bestimmten Kreis qualifizierter Personen als Verwalter einzusetzen, ändert", prophezeit Dr. Haas, "denn ihr Erwerb ist gegenüber jedermann - Schuldner, Gläubiger und Gerichten - Ausdruck insolvenzrechtlicher Kompetenz."

Jeder Fachanwalt ist verpflichtet, sich jährlich fortzubilden und muß dies seiner Rechtsanwaltskammer unaufgefordert nachweisen. Wenn er dieser Verpflichtung nicht nachkommt, wird ihm die Fachanwaltschaft entzogen.


Köln/Bonn, den 22. März 1999

 

Pressekontakt

Rechtsanwältin Stephanie Beyrich
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Pressesprecherin

Bundesrechtsanwaltskammer
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