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Presseinformation Nr. 8 vom 22.04.1999

Zahl der Anwälte und Anwältinnen 1998 überproportional gestiegen. Überdurchschnittlicher Zuwachs in den neuen Bundesländern.

Starke Zunahme bei den Fachanwaltschaften für Familien- und Strafrecht.

Bundesrechtsanwaltskammer, Bonn / Magdeburg. Nach der jährlich veröffentlichten Anwaltsstatistik der Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) ist auch 1998 die Zahl der Rechtsanwälte und Rechtsanwältinnen überproportional gestiegen. Zum 1.1.99 betrug die Zahl der Rechtsanwälte und Rechtsanwältinnen in Deutschland 97.791. Dies bedeutet im Vergleich zum Vorjahr einen Zuwachs von 6.275 neuzugelassenen Anwälten und Anwältinnen und damit eine Steigerungsrate von 6,86 Prozent.

Mit durchschnittlich 500 Neuzulassungen pro Monat bewegt sich der Zuwachs weiterhin auf hohem Niveau. "Aufgrund dieses derzeitigen Anstiegs erwarten wir für Mai 1999, daß die Zahl 100.000 an zugelassenen Anwälten und Anwältinnen überschritten wird", prognostiziert Rechtsanwalt und Notar Dr. Bernhard Dombek, Vizepräsident und Pressesprecher der Bundesrechtsanwaltskammer, anläßlich deren heutiger Pressekonferenz auf der 85. Hauptversammlung (22./23.04.99) in Magdeburg.

Zu den größten Kammerbezirken gehören die Rechtsanwaltskammern in München mit 11.271 Mitgliedern, Frankfurt am Main (9.777), Hamm (9.371), Köln (7.621), Düsseldorf (6.743) und die Kammer in Berlin (6.630).

"Während der Zuwachs der Mitgliederzahlen bei den Rechtsanwalts- kammern in den alten Bundesländern durchschnittlich steigt (zwischen 3 und 7 Prozent), ist der Anstieg bei fast allen Kammern in den neuen Bundesländern überproportional hoch", erklärt Dr. Dombek. So verzeichnet die Rechtsanwaltskammer von Brandenburg einen Mitgliederanstieg von 12,6 Prozent, der bei der Kammer von Sachsen 9,1 Prozent beträgt Auch der Anstieg in Sachsen-Anhalt liegt mit 7,5 Prozent noch deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 6,86 Prozent.

Überdurchschnittlich hoch ist auch der Anstieg der Rechtsanwältinnen, deren Anteil von Anfang 1998 bis zum Jahresbeginn 1999 um 12,9 Prozent auf 23.139 gestiegen ist. Insgesamt hat, wie bereits in den vergangenen Jahren, der Anteil der Frauen in der Anwaltschaft deutlich zugenommen: Waren 1985 erst 12 Prozent (5.600 von 47.000) Rechtsanwältinnen zugelassen, so waren es zum 1.1.99 knapp 24 Prozent von insgesamt 97.791. "Wir rechnen auch für die nächsten Jahre mit einem weiteren überproportionalen Anstieg der Zahl der Rechtsanwältinnen, prognostiziert Dr. Dombek.

"Auch auf den spezialisierten Rechtsgebieten, den Fachanwaltschaften zeichnet sich dieser Trend ab. Zwar sind die Kolleginnen in den Fachgebieten Steuer-, Verwaltungs-, Straf- und Arbeitsrecht noch unterrepräsentiert, aber auch dort steigt ihr Anteil überproportional. Besonders deutlich ist das Interesse der Kolleginnen für die im März 1997 neu eingerichtete Fachanwaltschaft für Familienrecht. Von den insgesamt 2.238 Fachanwälten für Familienrecht zum Anfang des Jahres waren 1.028 Kolleginnen zugelassen - also 46 Prozent", so Dr. Dombek.

Von den inzwischen sieben Fachanwaltschaften sind die für das Arbeitsrecht (2.843) und für das Steuerrecht (2.769) die größten, bereits knapp gefolgt vom Familienrecht. "Die Bundesrechtsanwaltskammer begrüßt den Trend in der Anwaltschaft, sich in juristischen Kerngebieten zu spezialisieren und dabei eine zusätzliche Ausbildung zu absolvieren", erklärt Dr. Dombek, "wobei die Möglichkeiten zur Spezialisierung durch die Ende März 1999 beschlossene Einführung der Fachanwaltschaft für Insolvenzrecht zusätzlich erweitert worden sind. Grundsätzlich ist es für den Verbraucher wichtig zu wissen, daß Fachanwälte nicht nur eine Prüfung bestehen müssen, sondern verpflichtet sind, sich jährlichen Fortbildungsveranstaltungen zu unterziehen und dies ihrer Rechtsanwaltskammer nachzuweisen. Sonst", erläutert Dr. Dombek, "wird ihnen die Fachanwaltschaft wieder aberkannt."


Bonn / Magdeburg, den 22. April 1999

 

Pressekontakt

Rechtsanwältin Stephanie Beyrich
Geschäftsführerin
Pressesprecherin

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