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Presseinformation Nr. 6 vom 20. März 2000

Einkommensverluste für die Anwaltschaft im Osten

Die Anwaltschaft verzeichnet in den neuen Bundesländern Einkommensverluste, derweil sie in den alten Bundesländern stagnieren. Das ergibt sich aus der neuesten von der Bundesrechtsanwaltskammer in Auftrag gegebenen Studie des Instituts für Freie Berufe (IFB) in Nürnberg zur Umsatz- und Einkommensentwicklung der Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte für die aktuellen Erhebungsjahre 1996 und 1997.

Zur Entwicklung des Gewinns vor Steuern in 1997 wurde in der neuen Studie ermittelt, dass in den Einzelkanzleien in den alten Bundesländern der durchschnittliche Überschuss mit 94.000 DM auf exakt demselben Niveau wie 1996 bleibt, wo hingegen bei den Einzelanwälten in den neuen Bundesländern ein starker Rückgang um 9,7 % auf den Stand von 1995 (84.000 DM) zu verzeichnen ist (siehe Abb. 7). In den lokalen Sozietäten stieg der persönliche Gewinn im Westen um 5,6 % auf 171.000 DM und im Osten um 0,9 % auf 116.000 DM (siehe Abb. 8). Während der mittlere Überschuss der Partner in überörtlichen Sozietäten im Westen weiter zurückgegangen ist und nun bei 243.00 DM (- 2,4 %) liegt, zeigt sich bei den entsprechenden Gewinnen im Osten eine leichte Steigerung um 2,4 % auf 168.000 DM (siehe Abb. 9).

"Die Zahlen zeigen, dass die Differenzen zwischen den alten und neuen Bundesländern beim Gewinn immer noch ganz erheblich sind", erklärt Rechtsanwalt und Notar Dr. Bernhard Dombek, Präsident der Bundesrechtsanwaltskammer: "Am größten ist der Unterschied bei den Vollzeit-Anwälten in den lokalen Sozietäten: Hier erzielten die Anwälte im Osten lediglich 66 % der Überschüsse ihrer Kollegen in Westdeutschland (siehe Abb. 11). Die Studie belegt, dass die wiederholte Forderung der Bundesrechtsanwaltskammer, den bestehenden Gebührenabschlag Ost von 10 % in den neuen Bundesländern abzuschaffen, richtig und notwendig ist, damit die Kollegen im Osten endlich eine Chancengleichheit erfahren."

Im Übrigen schneidet der Präsident der Bundesrechtsanwaltskammer einen "alten Zopf" zur Frage der Gewinnermittlung ab: "In der Bevölkerung herrscht nach wie vor die Meinung vor, dass die Anwälte ihr Einkommen hauptsächlich mit gerichtlicher Tätigkeit verdienen. Tatsache ist jedoch, dass eine durchschnittliche Kanzlei ihr Einkommen ganz überwiegend – nämlich zu über 70 % – durch die beratende Tätigkeit und nicht vor Gericht erzielt."

Die im Text erwähnten Abbildungen sind abgedruckt in den BRAK-Mitteilungen 1/2000, 16 ff.

 

Pressekontakt

Rechtsanwältin Stephanie Beyrich
Geschäftsführerin
Pressesprecherin

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