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Presseinformation Nr. 9 vom 11. April 2000

Zahl der Anwälte und Anwältinnen 1999 überproportional auf 104.000 gestiegen
Bundesrechtsanwaltskammer: Reform der Juristenausbildung dringend geboten

Nach den neuen Daten der jährlichen Anwaltsstatistik der Bundesrechtsanwaltskammer für 1999 ist die Zahl der Rechtsanwälte und Rechtsanwältinnen auch 1999 überproportional gestiegen. Zum 1.1.2000 betrug die Zahl der Rechtsanwälte in Deutschland 104.067. Dies bedeutet im Vergleich zum Vorjahr einen Zuwachs von 6.276 Anwälten und Anwältinnen und damit eine Steigerungsrate von 6,42 Prozent.

Mit durchschnittlich 500 Anwälten pro Monat bewegt sich der Zuwachs weiterhin auf hohem Niveau – auch von 1.1.1998 bis zum 1.1.1999 betrug die Zunahme 6.275 Anwälte. "Aufgrund dieses derzeitigen Anstiegs erwarten wir zum Jahresende 2000, dass die Zahl 110.000 an zugelassenen Anwälten und Anwältinnen überschritten wird", prognostiziert Rechtsanwalt und Notar Dr. Bernhard Dombek, Präsident der Bundesrechtsanwaltskammer.

Angesichts dieser Entwicklung erneuert die Bundesrechtsanwaltskammer ihre Forderung, die derzeitige Referendarsausbildung durch eine praxisorientierte zweijährige Ausbildung in der Anwaltschaft zu ersetzen. "Wir sind der Auffassung, dass eine Entscheidung über die spätere Berufswahl zum Rechtsanwalt, Richter oder Verwaltungsjuristen bereits sehr frühzeitig nach dem 1. juristischen Staatsexamen getroffen werden muss", erklärt Dr. Dombek, "wenn den jungen Kollegen und Kolleginnen eine realistische Chance auf dem Arbeitsmarkt gegeben werden soll."
Größte Rechtsanwaltskammer ist nach wie vor München mit 12.037 Mitgliedern, gefolgt von Frankfurt am Main (10.427), Hamm (9.841), Köln (8.196), Düsseldorf (7.259) und der Kammer in Berlin (7.256). Die stärksten Mitgliederanstiege verzeichnen die Rechtsanwaltskammern von Brandenburg (10,2 Prozent) und von Berlin mit 9,4 Prozent. "Insgesamt haben sich im Gegensatz zu den letzten Jahren die Zuwächse der Mitgliederzahlen bei den Rechtsanwaltskammern in den neuen Bundesländern den Zunahmen bei den Kammern in den alten Ländern nach unten hin angeglichen und mit wenigen Ausnahmen zwischen zwei und acht Prozent eingependelt", teilt Dr. Dombek mit.

 

Pressekontakt

Rechtsanwältin Stephanie Beyrich
Geschäftsführerin
Pressesprecherin

Bundesrechtsanwaltskammer
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