Presseinformation Nr. 2 vom 24. Januar 2001

Klare Worte des Bundesverfassungsgerichts zu "Court-tv"

Die Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) begrüßt das Urteil des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG), wonach Fernsehaufnahmen im Gerichtssaal auch zukünftig grundsätzlich verboten bleiben.

Zwar mag es Verfahrensarten, insbesondere bei den Bundesgerichten geben, in denen die Gefahr der Verletzung von Persönlichkeitsrechten auszuschließen ist. Diese Verfahren sind jedoch Ausnahmen von der Regel und stehen wohl kaum im Vordergrund des Interesses von Fernsehzuschauern und Rundfunkmedien.

Für alle anderen Verfahren gilt: Fernsehen wirkt auf den Betrachter so realistisch, dass seine Verfälschungen durch Schnitt und Auswahl der Bilder insgesamt noch trügerischer sind als die subjektive Erzählweise der schreibenden Journalisten.

Der Präsident der BRAK, Rechtsanwalt und Notar Dr. Bernhard Dombek: „Die klaren Worte des BVerfG beenden die leidige Diskussion um die Einführung von Court-tv nach amerikanischem Muster. Niemand muss sich mehr sorgen, dass durch Fernsehbilder der Justizalltag verzerrt, der Voyeurismus bedient und die Wahrheitsfindung erschwert wird. Das BVerfG hat es mit den Worten auf den Punkt gebracht: Prozesse finden in der, aber nicht für die Öffentlichkeit statt.“

 

Pressekontakt

Rechtsanwältin Stephanie Beyrich
Geschäftsführerin
Pressesprecherin

Bundesrechtsanwaltskammer
Littenstr. 9
10179 Berlin
Tel. 030.28 49 39 - 0
Fax 030.28 49 39 -11
Mail [E-Mail-Adresse versteckt]

 
Copyright 2017 - Bundesrechtsanwaltskammer