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Presseinformation Nr. 40 vom 02. Dezember 2002

Bundesrechtsanwaltskammer sieht gute Berufsperspektiven für Anwältinnen

Bundesrechtsanwaltskammer, Berlin. 31 482 Anwältinnen von insgesamt 116 305 Berufsträgern wies die jährliche Statistik der Bundesrechtsanwaltskammer zum Stichtag 1.1.2002 aus. Waren es 1970 noch 1 035 Anwältinnen, die etwa 21 500 männlichen Berufskollegen mit mageren 4,52 Prozent gegenüber standen, sind es heute 27,07 Prozent. "Erfreulich ist vor allem, dass Frauen bei der Zahl der Neuzulassungen fast gleichauf mit den männlichen Kollegen liegen", freut sich Rechtsanwalt Dr. Ulrich Scharf, Pressesprecher der Bundesrechtsanwaltskammer. Allein im letzten Jahr kamen 3 558 neue Rechtsanwältinnen hinzu. Die Bundesrechtsanwaltskammer geht deshalb davon aus, dass Männer und Frauen in der Anwaltschaft bereits in ein paar Jahren nahezu paritätisch vertreten sein werden. Auch beim Grad der Spezialisierung holen die Frauen stark auf oder haben die Männer bereits überrundet. "Unter den 4 502 zugelassenen Fachanwälten für Familienrecht sind mittlerweile über die Hälfte, nämlich exakt 2 308 Anwältinnen vertreten", stellt Scharf fest.

Daneben gab es zum Stichtag 270 Fachanwältinnen für Steuerrecht (+ 25 %), im Verwaltungsrecht waren es 108 (+ 22,73 %), im Strafrecht 169 (+ 30 %), im Arbeitsrecht 752 (+ 23,89 %), im Sozialrecht 160 (+ 20,3 %) und im Insolvenzrecht 17 (+ 240 %). Dieser gegenüber den Anwälten durchweg höhere Anstieg bei den Zulassungszahlen lässt darauf schließen, dass der Fachanwältinnenanteil, der derzeit bei etwa 10 Prozent aller zugelassenen Anwältinnen liegt, weiter steigt und sich schon in einigen Jahren demjenigen der männlichen Kollegen, von denen etwa jeder fünfte Anwalt zugleich Fachanwalt ist, angleichen oder sogar übersteigen wird.

Aus heutiger Sicht kaum vorstellbar: In Deutschland ist es Frauen erst seit 1922 möglich, den Beruf der Anwältin zu wählen. Der Weg in den öffenlichen Dienst und in die Anwaltschaft war dennoch für Frauen wegen der verkrusteten Strukturen in einer reinen Männerwelt steinig. Und mit der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten wurden am 1. April 1933 sogleich jüdische Anwältinnen mit einem Berufsverbot belegt. Für nichtjüdische Anwältinnen galt zunächst ein Bestandsschutz - ab 1936 aber auch nur noch für Anwältinnen, die in einer Kanzlei mit Kriegsteilnehmern tätig waren. Neue Anwältinnen wurden hingegen überhaupt nicht mehr zugelassen. Für die Frauen in der deutschen Anwaltschaft markierte das Kriegsende damit die "Stunde Null".

 

Pressekontakt

Rechtsanwältin Stephanie Beyrich
Geschäftsführerin
Pressesprecherin

Bundesrechtsanwaltskammer
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