Presseinformation Nr. 19 vom 27. August 2003

Anwälte: Zahl der Berufsabbrecher steigt weiter

Bundesrechtsanwaltskammer, Berlin. Die Zahl der Berufsabbrecher in der Anwaltschaft steigt weiter. Jungen Anwältinnen und Anwälten fällt der Einstieg in das anwaltliche Berufsleben weiterhin schwer. Dies ist das Ergebnis einer jährlichen Statistik der Bundesrechtsanwaltskammer.

"Wir haben festgestellt, dass nahezu 16 % unserer Berufsanfänger (2001: 15 %) im Jahre 2002 den Anwaltsberuf wieder aufgegeben haben", erklärt der Präsident der BRAK, Dr. Bernhard Dombek. 1.147 Anwältinnen und Anwälte im Alter zwischen 27 bis 39 Jahren haben im Jahr 2002 (2001: 1.117) ihre Zulassung freiwillig wieder zurückgegeben. "Dies ist gemessen an den Neuzulassungen von 7.842 Anwälten (2001: 8.338) eine außerordentlich hohe Zahl," so der Präsident der BRAK und erläutert: "Wir gehen davon aus, dass der Anwaltsberuf deshalb aufgegeben wird, weil die betroffenen Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte keinen Erfolg in ihrem Beruf hatten oder in einen anderen für sie attraktiveren Beruf wechselten. Diese Zahlen zeigen in jedem Fall, dass auf den Berufsanfängern ein erheblicher Druck lastet und deshalb berufliche Alternativen gesucht werden."

Nach Auffassung des Präsidenten der BRAK ist diese Entwicklung wenig verwunderlich: "Angesichts schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen ist der Anwaltsberuf für den Nachwuchs wenig attraktiv. Wenn junge Anwälte als selbständige Einzelanwälte nur über ein monatliches Nettoeinkommen zwischen 1.500 Euro bis 2.000 Euro verfügen, dann kann dies nicht motivieren. Die Luft wird dünner für die Jüngeren."

 

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