Presseinformation Nr. 25 vom 23. September 2003

Pünktlich zur Buchmesse stellt Chef-Übersetzer der Nürnberger Prozesse seine Memoiren vor

"Mehr als ein Leben" heißen die Memoiren von Richard W. Sonnenfeldt, dem ehemaligen Chef-Dolmetscher für die amerikanische Staatsanwaltschaft bei den Nürnberger Prozessen. Pünktlich zur Frankfurter Buchmesse vom 8. bis 13. Oktober 2003 hat der heute 80-jährige sein Leben zu Papier gebracht und vom Scherz Verlag, einem Verlag der S. Fischer Verlage GmbH, verlegen lassen.

Nach bereits zwei erfolgreichen, vom American Jewish Committee (AJC) ermöglichten Vortragsreisen stellt Richard W. Sonnenfeldt schon am 25. September 2003, 20:00 Uhr, sein Buch in Berlin vor. Auf Einladung des AJC und der Bundesrechtsanwaltskammer hält er einen Vortrag im Centrum Judaicum, Oranienburgerstr. 28-30. Außerdem bereist er Erlangen, Nürnberg, Hamburg, Hannover, Heidelberg, Gardelegen, Aachen und Frankfurt.

Richard W. Sonnenfeldt ist einer der letzten Zeitzeugen mit einem tiefen Einblick in die Vorbereitung und Durchführung der Nürnberger Prozesse. Als Chef-Übersetzer der Anklage wirkte der damals 22-Jährige bei zahlreichen Verhören der 21 nationalsozialistischen Hauptverbrecher, wie Göring, Ribbentrop und Streicher mit. "Am Wichtigsten ist es zu erklären, wie es überhaupt zum Holocaust kommen konnte und wer diese Menschen - sowohl die Opfer als auch die Täter - waren. Mein Buch erzählt davon, wie eine Einzelperson die Täter von Nahem aus gesehen hat", beschreibt Sonnenfeldt diesen Teil seiner Memoiren.

Richard W. Sonnenfeldt hat nicht nur als Zeitzeuge mit historisch einzigartigen Kentnissen der Nürnberger Angeklagten dieses Buch verfasst. Er repräsentiert auch ein Stück deutsch-jüdischer Geschichte: Als Jude im sachsen-anhaltischen Gardelegen aufgewachsen, konnte er 1938 als 15-jähriger der nationalsozialistischen Judenverfolgung nach England entkommen. Nach Kriegsbeginn als Deutscher in Australien interniert, gelangte er 1941 auf abenteuerlichen Wegen über Indien, Südafrika und Mittelamerika in die USA. Als GI und amerikanischer Staatsbürger beteiligte er sich schließlich an der militärischen Befreiung Europas vom Nationalsozialismus. Nach dem Krieg arbeitete er sehr erfolgreich als Geschäftsmann im Bereich der elektronischen Medien.

 

Das American Jewish Committee fühlt sich seit Gründung der Bundesrepublik der Verständigung amerikanischer Juden und des neuen demokratischen Deutschlands verpflichtet. Als erste amerikanisch-jüdische Organisation eröffnete das AJC 1998 ein ständiges Büro in Berlin, um diesen Austausch zu intensivieren.

Die Bundesrechtsanwaltskammer ist die Dachorganisation der 27 regionalen Rechtsanwaltskammern und der Rechtsanwaltskammer beim BGH und vertritt über diese die berufspolitischen Interessen von derzeit ca. 125 000 Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten. Mit der Wanderausstellung "Anwalt ohne Recht" gelang es der Kammer das traurigste und bedrückendste Kapitel deutscher Anwaltsgeschichte aufzuarbeiten. Diese Ausstellung zeigt Schicksale deutscher jüdischer Rechtsanwälte unter der NS-Diktatur.

Richard W. Sonnenfeldt steht Ihnen in Berlin am Mittwoch (24. September ) und Donnerstag (25. September ) für Interviews zur Verfügung. Bitte vereinbaren Sie entsprechende Termine direkt mit dem Verlag. Kontaktperson: Andrea Engen, Tel.: (069) 60 62-452.
Sollten Sie Interesse haben, den Vortrag zu besuchen, wenden Sie sich bitte an das American Jewish Committee, Berlin Office. Kontaktperson: Anja Spiller, Tel.: (030) 22 65 94-26.

Pressekontakt

Rechtsanwältin Stephanie Beyrich
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