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Pressemitteilung Nr. 21 vom 7.10.2005

Anwälte: Zahl junger Berufsabbrecher weiter hoch
Bundesrechtsanwaltskammer fordert höhere Eignungs- und Prüfungsanforderungen in der universitären Ausbildung

Bundesrechtsanwaltskammer, Berlin. Die Zahl der jungen Berufsabbrecher unter Deutschlands Anwälten ist weiterhin hoch. Nach Informationen der Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) gaben im Jahr 2004 1.078 Anwältinnen und Anwälte im Alter unter 39 Jahren ihre Zulassung freiwillig wieder zurück. Die BRAK verzeichnet damit auch im 4. Jahr ihrer statistischen Erhebung einen proportional hohen Anteil junger Berufsabbrecher (2003: 1.089, 2002: 1.147, 2001: 1.117). Damit setzt sich ein bereits in den vergangenen Jahren abzeichnender Trend fort. "Wenn weiterhin 14 % der Berufsanfänger nach wenigen Berufsjahren ihre Zulassung wieder abgeben, dann ist dies ein klares Zeichen dafür, wie schwierig der Markt für die Anwaltschaft geworden ist," so der Präsident der BRAK Dr. Bernhard Dombek.

Nach Einschätzung von Dombek sind Grund für diese Entwicklung nicht nur die schwierigen wirtschaftlichen Startbedingungen für Berufsanfänger, sondern auch eine grobe Fehleinschätzung der eigenen Möglichkeiten bei der Berufswahl. "Schon bei der Wahl der Berufsausbildung sollten Abiturienten und junge Studenten sich fragen, ob sie den richtigen Beruf wählen. Das Jurastudium darf kein Verlegenheitsstudium sein. Wer erst mit 35 Jahren erkennt, dass er sich für die falsche Ausbildung und damit den falschen Beruf entschieden hat, ist gescheitert für sein Leben", so Dombek. Anteil an dieser Entwicklung haben nach Dombek auch die Universitäten, die es nach seiner Auffassung den Studienanfängern zu leicht machen. "Hier müssten die Eingangshürden durch Vorprüfungen und härtere Zwischenprüfungen deutlich erhöht werden, damit die jungen Studenten sich frühzeitig die Frage stellen, ob sie das richtige Studium gewählt haben," fordert Dombek. Die Bundesrechtsanwaltskammer hält deshalb auch Überlegungen, den Zugang zu den juristischen Berufen nach dem ersten Staatsexamen zu regulieren, für verfehlt. "Die Eignung der Studienanfänger für das juristische Studium muss bereits frühzeitig durch Qualitätskontrollen erkennbar sein, damit die Studienanfänger rechtzeitig die Möglichkeit haben, eine andere Berufswahl zu treffen."

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Weitere Informationen:
>> Statistik Zu- und Abgänge [Verlinkung auf pdf: Zu_Ab_2004_kurz.pdf]

 

Pressekontakt

Rechtsanwältin Stephanie Beyrich
Geschäftsführerin
Pressesprecherin

Bundesrechtsanwaltskammer
Littenstr. 9
10179 Berlin
Tel. 030.28 49 39 - 0
Fax 030.28 49 39 -11
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