Pressemitteilung Nr. 6 vom 17.03.2005

Geldwäschestudie des BMJ
Bundesrechtsanwaltskammer lehnt weitere Eingriffe im Beratungsverhältnis ab

Bundesrechtsanwaltskammer, Berlin. Rechtsanwälte spielen bei der Geldwäsche eine geringe Rolle. Dies ist das Ergebnis einer Studie des Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Strafrecht in Freiburg, die die Verwicklung von Rechtsanwälten, Steuerberatern, Notaren und Wirtschaftsprüfern im Auftrag des Bundesministerium der Justiz untersucht hat. "Damit ist widerlegt, dass Anwälte mehr als andere Berufe zu Geldwäschezwecken ausgenutzt werden oder gar an diesen beteiligt sind", erläutert der Präsident der BRAK Dr. Dombek das Ergebnis der Studie.

"Es besteht auch kein Anlass für weitere gesetzliche Maßnahmen über die bisherige Gesetzeslage hinaus. Die Studie belegt, dass schon grundsätzlich keine Eingriffe des Gesetzgebers in das Vertrauensverhältnis zwischen Mandant und Anwalt erforderlich sind. Jeder Anwalt ist in der Lage, Missbrauchsversuche der organisierten Kriminalität zu erkennen und wird sich deshalb an Geldwäschehandlungen nicht beteiligen," erklärt Dr. Dombek. "Anwälte, die sich aktiv an Geldwäsche beteiligen, machen sich strafbar und sind nicht schützenswert. Wir wehren uns aber gegen einen gelegentlich geäußerten Generalverdacht gegen Anwälte. Das Recht eines Bürgers auf absolut vertrauliche Beratung durch einen Anwalt gehört zu den elementaren Grundsätzen des Rechtsstaats. Anwälte dürfen deshalb auch nicht zum Verrat an Mandanten verpflichtet werden. Strafverteidiger sind grundsätzlich nicht verpflichtet nachzuforschen, ob das ihnen gezahlte Honorar aus legalen oder illegalen Einnahme-Quellen ihrer Mandanten stammt," so Dr. Dombek.

 

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