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Presseinformation Nr. 12 vom 31. März 2006

Weiterhin hoher Zulauf zum Jurastudium
Bundesrechtsanwaltskammer: Universitäten bilden am Bedarf vorbei aus

Bundesrechtsanwaltskammer, Berlin. Nach Angaben der Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) hält der starke Zustrom in das Studium der Rechtswissenschaften weiterhin an. 2004 entschieden sich 21.416 Studienanfänger für das Fachgebiet Jura. Damit liegen die Zahlen der Studienanfänger auf dem hohen Niveau des Vorjahres (21.631 in 2003 nach 19.361 in 2002). Die BRAK sieht ihre Prognosen bestätigt, dass auch in den nächsten Jahren die hohe Zuwachsrate zur Anwaltschaft anhalten wird. Jährlich steigen die Anwaltszahlen um ca. 5.000 Anwältinnen und Anwälte (Vgl. hierzu die Presseerklärung der BRAK v. 21. Februar 2006), denn ca. 80 % der zweitexaminierten Juristen wählen den Weg in die Anwaltschaft. Die Bundesrechtsanwaltskammer fordert deshalb frühzeitige strenge Prüfungsanforderungen im Studium, denn bereits im Studium müssen die Weichen für den späteren Beruf gestellt werden, so der Präsident der Bundesrechtsanwaltskammer Dr. Bernhard Dombek.

Nach aktuellen Untersuchungen des Soldan Instituts für Anwaltsmanagement wollten ein Drittel der Junganwälte ursprünglich einen anderen Berufswunsch realisieren und für knapp die Hälfte ist der Anwaltsberuf nur 2. Wahl. Nach Auffassung der Bundesrechtsanwaltskammer belegt dies, dass die Ausbildung an den Universitäten am Bedarf vorbeigeht. "Wir fordern die Universitäten auf, die jungen Studenten möglichst frühzeitig über Berufschancen und Alternativen aufzuklären. Dazu gehört auch, anwaltsbezogenes Wissen stärker zu vermitteln und abzuprüfen," erklärt Dr. Dombek. Nach aktuellen Erkenntnissen der BRAK beziehen zwei Drittel aller Universitäten die anwaltliche Sichtweise nicht in die pflichtgemäße Zwischenprüfung ein. "Dies ist ein erhebliches Defizit, denn die Universitäten sind gesetzlich verpflichtet, die rechtsberatende Praxis in ihren Prüfungen zu berücksichtigen," so der Präsident der BRAK. Die Bundesrechtsanwaltskammer kündigt an, mit den Universitäten Gespräche aufzunehmen. "Die Universitäten müssen endlich erkennen, dass die Mehrzahl der Studenten später Anwältinnen und Anwälte werden. Leider tragen nicht alle Universitäten dieser Realität Rechnung," so Dr. Dombek.

 

Pressekontakt

Rechtsanwältin Stephanie Beyrich
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Pressesprecherin

Bundesrechtsanwaltskammer
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