Logo: Bundesrechtsanwaltskammer

Presseinformation Nr. 20 vom 23. Mai 2006

Fachanwaltstitel wird unter Anwälten immer begehrter

Bundesrechtsanwaltskammer, Berlin. Immer mehr Anwälte in Deutschland erwerben als weitere Berufsqualifikation einen Fachanwaltstitel. Wie schon in den Jahren zuvor ist auch 2005 die Zahl der Fachanwälte weiter gestiegen. Insgesamt gab es 2005 22.841 Fachanwälte. Die größte Attraktivität genießt dabei mit 6457 Anwälten das Arbeitsrecht, gefolgt vom Familienrecht mit 6353 Fachanwälten und dem Steuerrecht mit 3901 Fachanwälten. Im Strafrecht sind 1730 Fachanwälte tätig, im Verwaltungsrecht arbeiten 1178 Fachanwälte. Der 2005 neu eingeführte Fachanwaltstitel für Verkehrsrecht wurde von 396 Rechtsanwälten erworben. Außerdem gibt es, und auch dieser Fachanwaltstitel ist seit 2005 neu, 360 Fachanwälte für Bau- und Architektenrecht.

Insgesamt haben damit bereits mehr als ein Sechstel der gesamten deutschen Anwaltschaft einen Fachanwaltstitel erworben.
Weitere Fachanwaltstitel werden folgen: Die Satzungsversammlung hat Anfang April den Fachanwalt für Informationstechnologierecht und den Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht beschlossen. Mit der Verleihung der ersten entsprechenden Fachanwaltstitel ist etwa Ende des Jahres zu rechnen.

"Diese Entwicklung zeigt, dass der Trend zur anwaltlichen Spezialisierung weiter anhält", erläutert der Präsident der Bundesrechtsanwaltskammer Dr. Bernhard Dombek. "Von den Anwälten wird heute gefordert, sich auf Rechtsgebiete zu konzentrieren und in diesen vertiefte Kenntnisse zu erwerben. Die aktuellen Zahlen belegen eindrucksvoll, dass die Anwälte bereit und willens sind, auf diesen Wandel zu reagieren." Und Dombek weiter: "Die anwaltliche Fortbildung ist einer der wichtigsten Stützpfeiler für die Erhaltung der Qualitätsstandards in der Rechtsberatung. Jeder Mandant kann darauf vertrauen, dass sich sein Rechtsanwalt ständig auf dem Laufenden hält. Fachanwälte leisten dabei durch das hohe Niveau der Leistungsanforderungen einen ganz besonderen Beitrag."

 

Qualifikation Fachanwalt

Die Erlangung der Fachanwaltschaft unterliegt besonderen Qualitätsstandards: Die Verleihung einer Fachanwaltsbezeichnung setzt unmittelbar vor Antragstellung eine mindestens dreijährige ununterbrochene Zulassung und Tätigkeit als Rechtsanwalt voraus. Voraussetzung für die Verleihung einer Fachanwaltsbezeichnung sind besondere praktische Erfahrungen und besondere theoretische Kenntnisse (nachgewiesen durch Prüfungen) auf dem jeweiligen Gebiet der Fachanwaltschaft. Jeder Fachanwalt ist verpflichtet, sich jährlich fortzubilden und muss dies seiner Rechtsanwaltskammer unaufgefordert nachweisen. Wenn er dieser Verpflichtung nicht nachkommt, wird die Fachanwaltschaft entzogen.
Derzeit können Anwälte auf folgenden Rechtsgebieten einen Fachanwaltstitel erwerben:
Arbeitsrecht Miet- und Wohneigentumsrecht
Bau- und Architektenrecht Sozialrecht
Erbrecht Steuerrecht
Familienrecht Strafrecht
Gewerblicher Rechtsschutz
(seit 2006) Transport- und Speditionsrecht
Handels- und Gesellschaftsrecht (seit 2006) Verkehrsrecht
Insolvenzrecht Verwaltungsrecht
Medizinrecht Versicherungsrecht

Pressekontakt

Rechtsanwältin Stephanie Beyrich
Geschäftsführerin
Pressesprecherin

Bundesrechtsanwaltskammer
Littenstr. 9
10179 Berlin
Tel. 030.28 49 39 - 0
Fax 030.28 49 39 -11
Mail [E-Mail-Adresse versteckt]

 
 
  1. » Startseite
  2. » Für Journalisten
  3. » Pressemitteilungen - Archiv
  4. » 2006
  5. » Presseinformation 20/2006

gedruckt am 11.20.2017

Copyright 2017 - Bundesrechtsanwaltskammer