Presseinformation Nr. 19 vom 15. Juni 2007

Der Blick über den Tellerrand
Bundesrechtsanwaltskammer betont große Bedeutung der einheitlichen juristischen Ausbildung

Bundesrechtsanwaltskammer, Berlin. Anlässlich der heutigen Soldan-Tagung zur Reform der Juristenausbildung spricht sich die Bundesrechtsanwaltskammer erneut deutlich für die Beibehaltung der beiden Staatsexamina und den Erhalt der Ausbildung zum so genannten Einheitsjuristen aus.

"Um das Modell des Einheitsjuristen werden wir in vielen Ländern beneidet", erläutert Dr. Bernhard Dombek, Präsident der BRAK, den Standpunkt der Kammer. "Nur so kann gewährleistet werden, dass Anwälte und Richter während ihrer Ausbildung einen fundierten Einblick in die jeweils andere Tätigkeit erhalten und sich in ihrer späteren Tätigkeit auf Augenhöhe begegnen. Eine einheitliche Ausbildung der reglementierten juristischen Berufe fördert das gegenseitige Verständnis und dient nicht zuletzt einer effektiven Rechtsdurchsetzung."

Damit auch weiterhin eine hohe Qualität der Ausbildung gewährleistet wird, ist darüber hinaus auch die Beibehaltung der beiden Staatsexamina unbedingt erforderlich. "Rechtsanwälte haben im System unseres Rechtsstaates eine ganz besondere Aufgabe. Sie vertreten nicht nur Einzelinteressen sondern sind als Organ der Rechtspflege auch der Gesamtgemeinschaft verpflichtet", so der Präsident der BRAK weiter. "Auch wenn man dabei im Einzelnen über Änderungen der Ausbildung reden kann und muss: an die Prüfungen, die zur Berufsausübung qualifizieren, sind einheitlich hohe Qualitätsanforderungen zu stellen. Der Staat darf sich hier nicht aus seiner Verantwortung ziehen."

Die Bundesrechtsanwaltskammer spricht sich daher für eine Integration der beiden Staatsexamina in ein Modell nach den Vorgaben von Bologna aus. Dabei soll die universitäre Ausbildung in einen dreijährigen Bachelorabschnitt und in ein zweijähriges Masterstudium aufgeteilt werden. Das erfolgreiche Absolvieren des Masterstudiums berechtigt dann zum Ablegen der Ersten juristischen Staatsprüfung, die wiederum Voraussetzung zur Zulassung zum Referendariat ist. In einer von den Präsidenten der regionalen Rechtsanwaltskammern im Frühjahr beschlossenen Resolution heißt es dazu: "Ein solches Modell vereint die Reformziele des Bologna-Prozesses mit den bewährten Elementen der gegenwärtigen Juristenausbildung und gewährleistet eine hohe Qualität der Ausbildung für die reglementierten juristischen Berufe".


Berlin, den 15. Juni 2007

Ansprechpartner für Rückfragen und nähere Informationen:
Rechtsanwältin Peggy Fiebig und Frauke Karlstedt
Littenstr. 9 • D - 10179 Berlin • Tel. (0 30) 28 49 39-19 • Fax (0 30) 28 49 39-11
E-Mail: [E-Mail-Adresse versteckt]

Die Bundesrechtsanwaltskammer vertritt als Dachorganisation 27 Regionalkammern und die Rechtsanwaltskammer beim Bundesgerichtshof und damit derzeit ca. 143.000 Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte in der Bundesrepublik.

 

Pressekontakt

Rechtsanwältin Stephanie Beyrich
Geschäftsführerin
Pressesprecherin

Bundesrechtsanwaltskammer
Littenstr. 9
10179 Berlin
Tel. 030.28 49 39 - 0
Fax 030.28 49 39 -11
Mail [E-Mail-Adresse versteckt]

 
Copyright 2017 - Bundesrechtsanwaltskammer