Presseinformation Nr. 23 vom 7. August 2007

Selbstverwaltung mit Gesicht
Rechtsanwälte wählen neues "Parlament"

Bundesrechtsanwaltskammer, Berlin. Für das "Parlament der Rechtsanwaltschaft", wie die Satzungsversammlung auch bezeichnet wird, hat die 4. Legislaturperiode begonnen. Die Satzungsversammlung ist das wichtigste Organ im System der anwaltlichen Selbstverwaltung: Sie fasst Beschlüsse zur Berufsordnung und gibt damit entscheidende Weichenstellungen für die Zukunft des Berufsrecht der Rechtsanwälte. Sie besteht aus den gewählten Mitgliedern der regionalen Rechtsanwaltskammern, den Präsidenten der regionalen Kammern sowie dem Präsidenten der Bundesrechtsanwaltskammer. Alle Mitglieder der Satzungsversammlung sind ehrenamtlich tätig.

144.216 Rechtsanwälte konnten im ersten Halbjahr 2007 über die künftige Zusammensetzung der Satzungsversammlung bestimmen, gut ein Drittel hat davon Gebrauch gemacht. Eine besonders hohe Wahlbeteiligung war in den Kammerbezirken Bremen, Kassel, Sachsen-Anhalt und Tübingen zu verzeichnen. Hier gaben jeweils etwa 50 % der Kollegen ihre Stimme ab.

In der jetzt gewählten Satzungsversammlung werden - jeweils proportional zur zahlenmäßigen Größe der einzelnen Rechtsanwaltskammern - 158 Mitglieder, 21 mehr als in der vergangenen Legislaturperiode, vertreten sein. Stärkste Kammer ist München mit 18 Mitgliedern, gefolgt von den Rechtsanwaltskammern in Frankfurt am Main (15 Mitglieder) und Hamm (13 Mitglieder). Der Anteil der Frauen in der Satzungsversammlung ist dabei gegenüber der vergangenen Legislaturperiode um fast 10 Prozentpunkte gestiegen und beträgt jetzt 34 %. Und auch mehr Fachanwälte sind in der derzeitigen Satzungsversammlung vertreten: Jedes zweite Mitglied verfügt über mindestens einen Fachanwaltstitel. Das ergibt sich aus einer Untersuchung der Kölner Unternehmensberatung Vermont zur Zusammensetzung der Satzungsversammlung.

Inhaltlicher Schwerpunkt der vergangenen und auch der jetzigen Satzungsversammlung ist die Qualitätssicherung anwaltlicher Tätigkeit. "Die vergangene Satzungsversammlung hat dazu insgesamt 11 neue Fachanwaltschaften eingeführt", erläutert Dr. Bernhard Dombek, Präsident der Bundesrechtsanwaltskammer und amtierender Vorsitzender der Satzungsversammlung. "Und auch für die jetzige Legislaturperiode steht die Fortentwicklung der Fachanwaltschaften an vorderster Stelle: Dabei wird es nicht nur um eine mögliche Einführung weiterer Fachanwaltschaften gehen, sondern das bisherige System der Verleihung dieser Titel wird insgesamt auf den Prüfstand gestellt. Oberstes Ziel dabei ist, für den Verbraucher auch weiterhin zu gewährleisten, dass sich die anwaltliche Beratung durch die Gesamtheit ihrer Kernqualitäten: Unabhängigkeit, Verschwiegenheit und Loyalität sowie ein hohes Maß an Kompetenz auf dem Rechtsmarkt behauptet".


Berlin, den 7. August 2007

Die Bundesrechtsanwaltskammer vertritt als Dachorganisation 27 Regionalkammern und die Rechtsanwaltskammer beim Bundesgerichtshof und damit derzeit ca. 143.000 Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte in der Bundesrepublik

 

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