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Presseinformation Nr. 9 vom 20. September 2010

Plädoyers einer streitbaren Kunst

"The Wall"-Illustrator Gerald Scarfe erhält Karikaturpreis der deutschen Anwaltschaft

Bundesrechtsanwaltskammer, Berlin. Ein Flugzeug, das aus heiterem blauen Himmel niederstürzt, eine Taube, die plötzlich zum todbringenden Adler mutiert, Menschen, die sich in hundeähnliche Wesen mit Gasmasken verwandeln - keine niedlichen Zeichentrickfiguren sondern verstörende Monster zeigen uns die Animationen von Gerald Scarfe in "The Wall" von Pink Floyd.

Dreißig Jahre ist es jetzt her, dass Pink Floyd mit ihrer Konzerttournee Popgeschichte geschrieben haben. Zuletzt war das Konzert 1990, ein Jahr nach dem Fall der Mauer, hier in Berlin am Potsdamer Platz zu sehen. Im nächsten Jahr soll es ein Revival geben - dann werden sie wieder auferstehen, die übergroßen Puppen, die riesigen Hämmer werden wieder marschieren und zum Schluss wird wieder die symbolhafte Mauer einstürzen.

Gerald Scarfe, der Schöpfer all dieser Monster, wird in diesem Jahr mit dem Karikaturpreis der deutschen Anwaltschaft ausgezeichnet. Der britische Künstler erhält den Preis für seine herausragenden Leistungen auf dem Gebiet der satirischen Kunst, insbesondere auch für seine politischen Karikaturen. Seit mehr als vierzig Jahren zeichnet er regelmäßig für die Sunday Times. Viele seiner Bilder sind direkt vor Ort entstanden, beispielsweise während des Vietnamkrieges. Scarfe hat sich nie gescheut, Stellung zu beziehen. Seine Zeichnungen zeigen Politiker wie Bill Clinton, Margaret Thatcher oder Helmut Kohl genauso wie den feisten Banker, der auf dem Rücken des einfachen Mannes reitend, seine Handvoll Banknoten krampfhaft festhält. "Man's Progress" ist der Titel des letzteren Werkes, das Scarfe anlässlich der Preisverleihung gezeichnet hat und das dort auch vorgestellt wird.

Sein Schaffen geht jedoch weit über das Zeichnen hinaus: Er ist nicht nur Cartoonist, sondern auch Graphiker, Designer und Bühnenbildner. Für die Bühnenshow von "The Wall" entwarf er neben den Zeichentricksequenzen auch die riesigen aufblasbaren Figuren und gestaltete das Plattencover. Am gleichnamigen Filmprojekt war er als Designer und Director of Animation beteiligt. Für zahlreiche britische und amerikanische Opernaufführungen hat er Bühnenbilder und Kostüme entworfen: Orpheus in der Unterwelt, Die Zauberflöte, Der Nussknacker und für Satisfaction, ein Ballett mit Musik von den Rolling Stones.

"Es ist die Rolle des Künstlers, die Welt neu zu interpretieren und den abgestumpften Blick aufzufrischen; uns das sichtbar zu machen, von dem wir gar nicht wussten, dass es existiert und den Blickwinkel zu verändern, aus dem wir die Dinge betrachten. Man kann unmöglich sagen, wo Karikatur aufhört und die "schönen Künste" anfangen: die Grenzen sind unscharf." (Gerald Scarfe, 2005)

Mit ihrem Preis würdigt die Bundesrechtsanwaltskammer das Gesamtwerk von Gerald Scarfe. Der Preis wird alle zwei Jahre verliehen und ist mit 5.000 Euro dotiert. Bisherige Preisträger sind so namhafte Künstler wie Ronald Searle, Tomi Ungerer, Edward Sorel, Marie Marcks, Gerhard Haderer und R. O. Blechman. Begründet wurde der Preis 1998, um Karikaturisten, die auf unterhaltsame und oft kritische Weise ihren Beitrag zu einer gerechteren, einer menschlicheren Welt leisten, zu ehren.

Weitere Informationen zum Preis und zu den Preisträgern finden Sie auf der Homepage der Bundesrechtsanwaltskammer www.brak.de unter "Veranstaltungen".

Die Mitglieder der Jury:
Dr. Ulrich Scharf, Celle, Vorsitzender der Karikaturpreisjury
Andreas Bartsch, Galerist
Micha Guttmann, Journalist, Berlin
Dr. Gisela Vetter-Liebenow, stellv. Direktorin des Deutschen Museums für Karikaturen - Wilhelm Busch


Ansprechpartner für Rückfragen und nähere Informationen:
Rechtsanwältin Peggy Fiebig, LL.M.
Cornelia Kaschel-Blumenthal
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Pressekontakt

Rechtsanwältin Stephanie Beyrich
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Pressesprecherin

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