Abrechnung über Zeithonorare

Im Jahr 2013 rechneten deutschlandweit 36,5 % der Rechtsanwälte keine Mandate über Zeithonorare ab. Insgesamt 49,7 % der Rechtsanwälte rechneten zwischen einem und maximal 50 % ihrer Mandate über Zeithonorare ab und 13,9 % der hier befragten Rechtsanwälte mehr als die Hälfte ihrer Mandate.

Aufschlussreich ist auch die Analyse der Stundensatzhöhe bei der Abrechnung über Zeithonorare. Im Wirtschaftsjahr 2013 lagen die niedrigsten abgerechneten Stundensätze in Deutschland im Mittel bei 136 Euro; die durchschnittlich höchsten Stundensätze lagen bei 222 Euro. Bundesweit lagen die durchschnittlichen Regelstundensätze bei 179 Euro.

 

Anteil der mit Zeithonorar abgerechneten Arbeitszeit an der Gesamtarbeitszeit nach Geschlecht


Bei der Abrechnung über Zeithonorare - gemessen an der Arbeitszeit - zeigen sich geschlechtsspezifische Unterschiede: Frauen berechnen deutlich seltener Zeithonorare als Männer. Während bundesweit 42 % der Rechtsanwältinnen keine Zeithonorare anwenden, sind dies bei ihren Kollegen nur 34 %.

 

Anteil der mit Zeithonorar abgerechneten Arbeitszeit an der Gesamtarbeitszeit nach Alter

 

Die 40 bis unter 50-jährigen Rechtsanwälte rechneten bundesweit mit 69 % die meisten ihrer Mandate über Zeithonorare ab. am seltensten (61 % ) vereinbarten die unter 40-jährigen Rechtsanwälte Zeithonorare.

 

Anteil der mit Zeithonorar abgerechneten Arbeitszeit an der Gesamtarbeitszeit nach Spezialisierung


Deutliche Unterschiede in der Nutzung der Zeitvergütung zeigen sich in Abhängigkeit von einer Spezialisierung. Während über die Hälfte (57 %) der nicht spezialisierten Berufsträger keine Mandate über Zeithonorare abrechnen, beträgt dieser Anteil bei den Fachanwälten nur 25 %. Das heißt: je spezialisierter ein Rechtsanwalt ist, desto häufiger wird im Durchschnitt über Zeithonorare abgerechnet.

 

Anteil der mit Zeithonorar abgerechneten Arbeitszeit an der Gesamtarbeitszeit nach Kanzleiform


In Sozietäten wird im Vergleich zu Einzelkanzleien ein höherer Anteil der Arbeitszeit über Zeithonorare abgerechnet. Im Bundesdurchschnitt vereinbarten 80 % der Rechtsanwälte in Sozietäten eine Zeitvergütung und nur 54 % der Rechtsanwälte in Einzelkanzleien.

 

Durchschnittliche Stundensätze nach Geschlecht im Jahresvergleich


Deutliche Unterschiede ergaben sich bei den durchschnittlichen Stundensätzen auch im Hinblick auf das Geschlecht der nach Zeithonorar abrechnen Rechtsanwälte: Sowohl im Westen als auch im Osten rechneten Männer höhere Stundensätze ab als Frauen.

Die niedrigsten Stundensätze lagen bei Rechtsanwälten bundesweit durchschnittlich bei 144 Euro, bei Rechtsanwältinnen bei 113 Euro. Rechtsanwälte berechneten als Regelstundensatz in Deutschland 187 Euro, ihre Kolleginnen 155 Euro. Die durchschnittlich höchsten Stundensätze vereinbarten im Bundesdurchschnitt Rechtsanwälte mit 233 Euro, Rechtsanwältinnen mit 190 Euro).

 

Durchschnittliche Stundensätze nach Alter im Jahresvergleich


Bei zusätzlicher Aufnahme des Alters der Befragten in die Analyse ist festzustellen, dass mit steigendem Alter höhere Stundensätze abgerechnet werden. Dies gilt sowohl für die niedrigsten Stundensätze als auch für die Regelstundensätze und die höchsten Stundensätze.

 

Durchschnittliche Stundensätze mit und ohne Notariat im Jahresvergleich


Die niedrigsten Stundensätze, die Regelstundensätze und auch die höchsten Stundensätze liegen bei überwiegend als Anwaltsnotar tätigen Rechtsanwälten höher als bei Kollegen, die vorwiegend als Rechtsanwälte selbstständig tätig sind.

 

Durchschnittliche Stundensätze nach Spezialisierung im Jahresvergleich


Je spezialisierter ein Rechtsanwalt ist, desto höhere Stundensätze werden abgerechnet und zwar sowohl bei den niedrigsten Stundensätzen als auch bei den Regelstundensätzen und den höchsten Stundensätzen. Somit berechnen Fachanwälte im Vergleich zu nicht spezialisierten Kollegen bzw. zu spezialisierten Kollegen ohne Fachanwaltstitel im Mittel die jeweils höchsten Stundensätze.

 

Durchschnittliche Stundensätze nach Kanzleiform im Jahresvergleich


Im Hinblick auf die Kanzleiform ist festzustellen, dass die in Einzelkanzleien abgerechneten Zeithonorare regelmäßig niedriger sind als die in Sozietäten erhobenen Zeithonorare.

 

Durchschnittliche Stundensätze nach Ortsgröße des Kanzleisitzes


Je größer der Ort des Kanzleisitzes ist, desto höhere Stundensätze werden im Bereich der niedrigsten Stundensätze, der Regelstundensätze und der höchsten Stundensätze abgerechnet.

 

Vor- und Nachbearbeitungszeit bei Abrechnung über Zeithonorare im Jahresvergleich


Bei 82 % der Rechtsanwälte sind die Stunden für Vor- und Nachbearbeitung in der Honorarvereinbarung enthalten. Die durchschnittliche Dauer für Vor- und Nachbearbeitung lag bei 79 Minuten. Der durchschnittliche Honorarsatz für Vor- und Nachbearbeitung pro Beratungsstunde lag bei 140 Euro.

 

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Rechtsanwältin Stephanie Beyrich
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