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Nr. 28 vom 1. August 2002
Anwälte: Start in das Berufsleben schwieriger
denn je
Bundesrechtsanwaltskammer, Berlin. Jungen Anwältinnen und
Anwälten fällt der Einstieg in das anwaltliche Berufsleben
zunehmend schwerer. Dies ist das Ergebnis einer Analyse der Bundesrechtsanwaltskammer,
die Daten der regionalen Rechtsanwaltskammern, des Bundesjustizministeriums
und des Statistischen Bundesamtes zur Zahl der Jurastudenten, Referendare
und Rechtsanwälte für das Jahr 2001 ausgewertet hat.
"Wir haben festgestellt, dass nahezu 15 % unserer Berufsanfänger
im Jahre 2001 den Anwaltsberuf wieder aufgeben haben", erklärt
der Präsident der BRAK, Dr. Bernhard Dombek. 1.117 Anwältinnen
und Anwälte im Alter zwischen 27 bis 39 Jahren im Jahr 2001
ihre Zulassung freiwillig wieder zurückgegeben. "Dies
ist gemessen an den Neuzulassungen von 8.339 Anwälten eine
außerordentlich hohe Zahl," so der Präsident der
BRAK und erläutert: "Wir gehen davon aus, dass der Anwaltsberuf
deshalb aufgegeben wird, weil die betroffenen Rechtsanwältinnen
und Rechtsanwälte keinen Erfolg in ihrem Beruf hatten. Diese
Zahlen zeigen in jedem Fall, dass auf den Berufsanfängern ein
erheblicher Druck lastet".
Nach Auffassung des Präsidenten der BRAK ist diese Entwicklung
wenig verwunderlich: Der Zuwachs zum Anwaltsberuf ist seit 1995
konstant hoch. Jährlich kommen ca. 6.000 Anwältinnen und
Anwälte hinzu. Da die Ausbildung zum Anwalt ca. 8 bis 9 Jahre
dauert, geht die Bundesrechtsanwaltskammer davon aus, dass trotz
einer leicht zurückgegangenen Zahl der Studienanfänger
in den vergangenen Jahren die Welle der Zulassungen auch in den
nächsten Jahren andauern wird.
"Die Luft wird dünner für die Jüngeren. Es
hat aber jeder eine Chance, wenn er gut ausgebildet ist. Wir erhoffen
uns deshalb sehr viel von der Intensivierung der anwaltsbezogenen
Ausbildung mit der Reform der Juristenausbildung, die zum 1.7.2003
in Kraft tritt. Natürlich muss auch das Einkommen stimmen.
Wenn junge Anwälte als selbständige Einzelanwälte
nur über ein monatliches Nettoeinkommen zwischen 1.800 Euro
bis 2.000 Euro verfügen, dann kann dies nicht motivieren. Die
durch die Bundesregierung versprochene Gebührenanpassung ist
deshalb dringlicher denn je.
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Statistik Jurastudenten
Statistik Zu- und
Abgänge
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