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Aktuelles aus Berlin: Neuordnung der Gemeindefinanzen |
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Aktuelles
aus Berlin: Neuordnung der GemeindefinanzenDer Bundestag hat am
21.05.2010 den Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Gewerbesteuer
stabilisieren nicht abschaffen (BT-Drucks.
17/1764) sowie den Antrag der Fraktion DIE LINKE Wiederherstellung der
Handlungsfähigkeit von Städten, Gemeinden und Landkreisen (BT-Drucks
17/1744) nach erster Beratung an die Ausschüsse verwiesen, wobei dem
Finanzausschuss die Federführung übertragen wurde. Nach den Plänen der Grünen
soll die Gewerbesteuer zu einer kommunalen Wirtschaftssteuer weiterentwickelt
werden, die auch von Freiberuflern gezahlt werden solle. Darüber hinaus
fordern sie die Prüfung einer stärkeren Einbeziehung gewinnunabhängiger
Elemente. Die Linke fordert in ihrem Antrag, dass die Bundesregierung
aufgefordert werden solle, u. a. die bereits beschlossenen
Unternehmenssteuersenkungen, die zu Mindereinnahmen der Kommunen geführt
hätten, zurückzunehmen und auf weitere Steuersenkungen zu verzichten. Die
Gewerbesteuer sollte zu einer Gemeindewirtschaftssteuer weiterentwickelt
werden, in der die Steuerpflicht für Kapitalgesellschaften, gewerbliche
Unternehmen und alle selbständig ausgeübten Tätigkeiten bei einer
verbreiterten Bemessungsgrundlage bestehe. Der Finanzausschuss hat am 19.05.2010 einen Antrag
der Linksfraktion (BT-Drucks.
17/783) zur Stärkung der finanziellen Situation der Kommunen durch
Einführung einer Gemeindewirtschaftsteuer abgelehnt. Vor Beschlüssen über die
Finanzausstattung der Kommunen wolle man die Ergebnisse der von der
Bundesregierung eingesetzten Gemeindefinanzkommission abwarten. Wir berichteten zu diesem
Thema in KammerInfo 9/2010. Strafbefreiende
Selbstanzeige
Der Antrag der CDU/CSU- und
FDP-Fraktionen Steuerhinterziehung wirksam und zielgenau bekämpfen (BT-Drucks.
17/1755) stand am 21.05.2010 auf der TO der 44.
Sitzung des Bundestages. Die Koalitionsfraktionen planen, verstärkt gegen
Steuerhinterziehung vorzugehen und dabei das Instrument der strafbefreienden
Selbstanzeige gem. § 371 AO neu zu regeln. Sie fordern, dass die
Selbstanzeige nicht als Gegenstand einer Hinterziehungsstrategie missbraucht
werden dürfe. Strafbefreiung soll nur noch denjenigen gewährt werden, die
alle noch verfolgbaren Steuerhinterziehungen der Vergangenheit vollständig
offenbarten. Wir berichteten zu diesem
Thema in KammerInfo 9/2010. BVerfG zur SicherungsverwahrungDas BVerfG hat mit
Beschluss v. 19.05.2010 (2
BvR 769/10) entschieden, dass ein Straftäter nicht sofort aus der
Sicherungsverwahrung entlassen werden muss. Damit hat das BVerfG nochmals seine
- bereits in seinem Beschluss v. 22.12.2009 (2
BvR 2365/09, vgl. BVerfG-Pressemitteilung
v. 22.12.2009) angedeutete Haltung bestätigt, dass die durch das Urteil
des EGMR vom 17.12.2009 (Pressemitteilung
des Kanzlers v. 17.12.2009) zur Sicherungsverwahrung aufgeworfenen
Rechtsfragen einer Klärung im Hauptsacheverfahren zugeführt werden sollten
und eine sofortige Freilassung des Beschwerdeführers nach einer
Folgenabwägung von Verfassung wegen nicht geboten sei. Lesen Sie hierzu auch
die BVerfG-
Pressemitteilung v. 21.05.2010. Änderungen im SGB IVDer Bundestag hat am
20.05.2010 den Entwurf eines Dritten Gesetzes zur Änderungen des Vierten
Buches des Sozialgesetzbuch und anderer Gesetze (BT-Drucks.
17/1684) nach erster Beratung an die Ausschüsse überwiesen, wobei dem
Ausschuss für Arbeit und Soziales die Federführung übertragen wurde. Durch
den Entwurf soll an das SGB IV an vielen Stellen aus unterschiedlichen
Gründen geändert werden. Mit dem Gesetz wird eine Reihe von Zielen verfolgt,
u. a. die Vereinfachung des Verfahrens bei Entscheidungen über die
Prozesskostenhilfe (PKH). In seiner Stellungnahme (BT-Drucks.
17/1684, Anlage 3, S. 33ff.) kritisiert der Bundesrat einige der
geplanten Änderungen, jedoch nicht die zur PKH. Darauf nimmt auch die Bundesregierung
in ihrer Gegenäußerung (BT-Drucks.
17/1684, Anlage 4, S. 41f.) keinen Bezug. Enquete-KommissionAm 05.05.2010 hat sich die
Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft" konstituiert,
die sich aus 17 Bundestagsabgeordneten und 17 externen Sachverständigen
zusammensetzt. Die Einsetzung der Kommission geht auf einen gemeinsamen
Antrag der Fraktionen von CDU/CSU, SPD, FDP und Bündnis 90/Die Grünen (BT-Drucks.
17/950) zurück. Bis zur parlamentarischen Sommerpause 2012 soll die
Kommission Ergebnisse und Handlungsempfehlungen vorlegen, die der weiteren
Verbesserung der Rahmenbedingungen der Informationsgesellschaft in
Deutschland dienen. Auf der Internetseite der
Kommission kann die interessierte Öffentlichkeit die Diskussion mit
verfolgen und an ihr teilnehmen. Auf diesem Weg besteht daher auch für interessierte
Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte die Möglichkeit, sich in die Diskussion
einzubringen. UmsatzsteuervoranmeldungMit dem BMF-Schreiben
v. 19.04.2010 (IV D 3 - S 7344/09/10002 - 2010/0294220) werden die Muster
der Vordrucke im Umsatzsteuer-Voranmeldungs-
und -Vorauszahlungsverfahren für das Kalenderjahr 2010 neu bekannt
gegeben. Die Anleitung zur Umsatzsteuer-Voranmeldung finden Sie hier. DAIDas Deutsche
Anwaltsinstitut (DAI) präsentiert die Veranstaltung Typische Prozesssituationen
im Kündigungsschutz - Prozessstrategie, Prozesstaktik, Antragstellung"
am 18.06.2010 in Heusenstamm. Weitere Informationen finden Sie hier. |
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