7. Müssen Rechtsanwälte Daten löschen?

Rechtsanwälte müssen personenbezogene Daten löschen, wenn keine Rechtsgrundlage mehr für deren Speicherung besteht. Dies ergibt sich aus dem Grundsatz nach Art. 5 Abs. 1 e) DS-GVO („Spei- cherbegrenzung“) und Art. 17 DS-GVO.

Art. 17 Abs. 3 b) DS-GVO sieht vor, dass die Löschung nicht erforderlich ist, soweit die Verarbeitung zur Erfüllung einer rechtlichen Verpflichtung erfolgt, die die Verarbeitung erfordert. Dies können z. B. folgende Fälle sein:

•      berufsrechtliche Aufbewahrungspflicht für Handakten (sechs Jahre gem. § 50 Abs. 1 Satz 2 BRAO),

•      Pflicht zur Durchführung einer Interessenkollisionsprüfung bei Übernahme eines Mandats (§ 43a Abs. 4 BRAO)

•      Aufbewahrungspflicht für Rechnungen (10 Jahre gem. § 14b UStG) oder

•      ggf. Orientierung an Verjährungsfristen (bis zu max. 30 Jahre) auch im Interesse des Mandan- ten.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang die entsprechende Dokumentation in der Kanzlei, aus der her- vorgeht, welche Beweggründe zur Festsetzung der Löschfristen geführt haben.

 
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