7. Muss ich als Rechtsanwalt einen Datenschutzbeauftragten bestellen?

Ja, wenn die Voraussetzungen vorliegen.

Ein Datenschutzbeauftragter muss benannt werden, wenn die Kerntätigkeit in der umfangreichen Verarbeitung von personenbezogenen Daten über strafrechtliche Verurteilungen und Straftaten gem. Art. 10 DS-GVO besteht (Art. 37 Abs. 1c DS-GVO).

Ein Datenschutzbeauftragter ist zu bestellen, soweit in der Regel mindestens zehn Personen ständig mit der automatisierten Verarbeitung personenbezogener Daten beschäftigt sind (§ 38 Abs. 1 Satz 1 BDSG-neu). Mitgezählt werden auch Halbtagsstellen, Auszubildende und Referendare. Auch die Partner der Kanzlei werden mitgezählt.

Zudem ist zu beachten, dass ein Datenschutzbeauftragter zwingend dann zu benennen ist, wenn eine Datenschutz-Folgenabschätzung gem. Art. 35 DSGVO (vgl. Fragen 18 und 19) durchgeführt werden muss, unabhängig von der Anzahl der mit der Verarbeitung beschäftigten Personen (§ 38 Abs. 1 Satz 2 BDSG-neu).

Das Kurzpapier zum Thema Datenschutzbeauftragte bei Verantwortlichen und Auftragsverarbeitern der Datenschutz-Konferenz kann unter folgendem Link eingesehen werden: https://www.bfdi.bund.de/DE/Home/Kurzmeldungen/DSGVO_Kurzpapiere1-3.html.

Die GDD-Praxishilfe I „Der Datenschutzbeauftragte nach der Datenschutz-Grundverordnung“ findet sich hier: https://www.gdd.de/downloads/praxishilfen/GDD-Praxishilfe_DS-GVO_1.pdf

 
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