Presseinformation Nr. 29 vom 19. Oktober 2006

Anwaltsdichte in Deutschland
Besonders gute Rechtsversorgung in Großstädten und Ballungsgebieten

Bundesrechtsanwaltskammer, Berlin. Die Anwaltsdichte hat 2005 im Vergleich zum Vorjahr um 4,7 % zugenommen. Aufgrund des Rückgangs der Einwohnerzahlen (von 2003 auf 2004 um 31.000) liegt der prozentuale Zuwachs höher als der Zuwachs an Rechtsanwälten insgesamt. Auf das gesamte Bundesgebiet bezogen ergibt sich eine Anwaltsdichte von 622 Einwohnern pro Rechtsanwalt.

Die höchste Anwaltsdichte weist weiterhin das Bundesland Hamburg (234 Einwohner pro Rechtsanwalt) auf, gefolgt von Berlin (332), Hessen (387) und Bremen (417).
Die geringste Anwaltdichte weisen weiterhin die neuen Bundesländer auf.
Klare Spitzenwerte ergeben sich bei den Stadtstaaten und den Ballungszentren. Die Stadt Frankfurt weist mit einer Anwaltsdichte von 97 weiterhin die höchste Anwaltsdichte innerhalb der untersuchten Ballungsräume auf, gefolgt von Düsseldorf (117), München (124), Stuttgart (233), Hamburg (234) und Hannover (287). Noch unter einer Anwaltsdichte von 400 liegen die Städte Berlin (332), Nürnberg (385) und Bremen (363). Die Stadt Leipzig hat eine Anwaltsdichte von 411, Essen eine Anwaltsdichte von 413, Dresden von 446, Köln von 472, Dortmund von 541. Damit liegen diese Ballungsräume alle über der bundesdurchschnittlichen Anwaltsdichte.

Insgesamt kann Deutschland dabei im europäischen Vergleich mit einer besonders guten Rechtsversorgung bezogen auf die Einwohnerzahl aufwarten. In Frankreich beispielsweise muss ein Anwalt die Rechtsberatung und -besorgung von durchschnittlich fast 1.500 Einwohnern gewährleisten.

"Während die deutschen Anwälte dadurch mit einem härteren Konkurrenzkampf konfrontiert sind, bedeutet das für den Verbraucher, dass er für sein konkretes Problem eher einen genau spezialisierten Rechtsanwalt finden kann, erläutert Dr. Bernhard Dombek, Präsident der Bundesrechtsanwaltskammer. "Rechtsanwälte bieten heute weit mehr als früher eine genau an die Bedürfnisse ihrer Mandanten angepasste Rechtsberatung. Davon zeugt auch die steigende Zahl von Rechtsanwälten die einen Fachanwaltstitel erwerben und damit ihre besondere Kompetenz dokumentieren," so Dombek.

 

Grundlage der Untersuchung zur Anwaltsdichte in Deutschland sind die Mitgliederstatistik der BRAK (Stand 1.1.2005) und die vom Statistischen Bundesamt herausgegebenen Statistiken "Gebiet und Bevölkerung" und "Städte mit 100.000 und mehr Einwohnern in Deutschland" (Stand 31. Dezember 2004).

Grundlage der Untersuchung zur Anwaltsdichte in Europa ist die Zahl der Rechtsanwälte in CCBE-Mitgliedsorganisationen bzw. Mitgliedsorganisationen mit Beobachterstatus - Stand Februar 2004 und Bevölkerung: Eurostat-Pressestelle - Gesamtbevölkerung zum 1.1.2004.

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