Nachrichten aus Berlin | Ausgabe 12/2022

Artikel 2-Umfrage: Wie sehen Anwältinnen und Anwälte das Mediationsverfahren?

Wieso gibt es nicht mehr Mediationen? Das ist Gegenstand einer empirischen Untersuchung, die die Einstellung von Anwältinnen und Anwälten zur Mediation, aber auch den rechtlichen Rahmen von Mediationsverfahren in den Blick nimmt.

15.06.2022Newsletter

Vor fast genau zehn Jahren wurden mit dem Mediationsgesetz die rechtlichen Weichen gestellt, um die Mediation als alternatives Streitbeilegungsverfahren zu verankern. Doch der Evaluationsbericht der Bundesregierung aus dem Jahr 2017 und der jährliche Roland Rechtsreport zeigen, dass die Zahl der Mediationsverfahren nicht besonders hoch ist und kaum zunimmt.

In ihrer von der Deutschen Stiftung für Mediation e.V. im Rahmen des Forschungsprojekts GANDALF unterstützten Masterarbeit untersucht Marie Therése Witzke, Studentin im Master-Studiengang Mediation an der Fernuniversität Hagen, was die Gründe dafür sind. Sie will die Sicht von Anwältinnen und Anwälten auf das Mediationsverfahren empirisch ergründen, denn sie sitzen an der Quelle von Konflikten, die durch Mediation aufgearbeitet werden könnten: Nehmen sie Mediation als „Kaffeeklatsch mit Keksen“ oder als ein effektives Werkzeug zur Konfliktlösung wahr? Was trägt die juristische Ausbildung dazu bei? Müsste sich am rechtlichen Rahmen etwas ändern, um Mediation in der Anwaltschaft präsenter zu machen?

Hierzu und zu weiteren Fragestellungen führt Witzke eine qualitative Umfrage durch, die sich sowohl an Anwaltsmediatorinnen und -mediatoren als auch an Anwältinnen und Anwälte ohne Mediationshintergrund richtet.

Die Umfrage erfolgt anonym. Die Teilnahme dauert ca. fünf Minuten und ist noch bis zum 15.7.2022 möglich.

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