Verbot der Fremdkapitalbeteiligung

Unabhängigkeit ist eine der wichtigsten anwaltlichen Kernwerte. Die Möglichkeit einer Fremdkapitalbeteiligung an deutschen Rechtsanwaltsgesellschaften lehnt die BRAK daher ab. Sie setzt sich nachhaltig dafür ein, dass das bisherige Verbot beibehalten wird. Eine finanzielle Beteiligung von Berufsfremden an Anwaltskanzleien gefährdet die anwaltliche Unabhängigkeit, stellt die Verschwiegenheitspflicht in Frage und birgt die erhebliche Gefahr der Einflussnahme der Kapitalgeber.

Als 2007 Großbritannien mit dem Legal Services Act den Weg für eine Fremdkapitalbeteiligung an Anwaltsgesellschaften frei machte, wurde auch die Diskussion um die Öffnung des anwaltlichen Berufsrechts in Deutschland neu entfacht. Bisher überwiegt jedoch die Ablehnung - zuletzt hat sich auf dem 68. Deutschen Juristentag 2010 in Berlin eine große Mehrheit gegen eine Öffnung des Fremdkapitalverbotes ausgesprochen. Damit wurde dem Schutz der essentiellen Grundwerte der freien Berufe, zu denen auch die anwaltliche Unabhängigkeit und Verschwiegenheit gehören, der Vorrang vor einer Öffnung des anwaltlichen Gesellschaftsrechts zugunsten von Investoren gegeben.

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