Vollmachtsdatenbank – Einfache Legimitation zum Datenabruf bei den Finanzämtern für Rechtsanwälte

In den nächsten Monaten werden die regionalen Rechtsanwaltskammern Anwälten die Möglichkeit anbieten, die Vollmachtsdatenbank (VDB) zu nutzen. Mit Hilfe dieser Datenbank können Rechtsanwälte zur Vertretung in Steuersachen Vollmachtsdaten elektronisch erfassen und elektronisch an die Finanzverwaltung übermitteln.

HINTERGRUND
Mit dem Ziel, die Erstellung der Einkommensteuererklärung zu erleichtern, hat das Bundesministerium der Finanzen gemeinsam mit den obersten Finanzbehörden der Länder ein neues Verfahren eingeführt: die „Vorausgefüllte Steuererklärung". Neu ist dabei, dass dem Steuerpflichtigen oder seinem Bevollmächtigten seine bei der Finanzverwaltung gespeicherten Steuerdaten angezeigt werden.

Derzeit werden folgende Steuerdaten bereitgestellt:

  • vom Arbeitgeber bescheinigte Lohnsteuerdaten,
  • Bescheinigungen über den Bezug von Rentenleistungen,
  • Beiträge zu Kranken- und Pflegeversicherungen,
  • bestimmte Vorsorgeaufwendungen wie Riester- und Rürup-Rente,
  • Informationen zu Lohnersatzleistungen (ab VZ 2014) sowie
  • Name, Adresse und weitere steuerrelevante Informationen.

Die von der Finanzverwaltung zur Verfügung gestellten Steuerdaten werden u. a. vom Arbeitgeber und von den Krankenkassen übermittelt und in Datenpools gesammelt. Durch die VDB sowie die von der Finanzverwaltung alternativ angebotenen Verfahren können bald neben Wirtschaftsprüfern / vereidigten Buchprüfern / Steuerberatern auch Rechtsanwälte den Zugriff auf diese Daten erhalten.

WAS IST DIE VDB?
Die VDB ist eine Online-Anwendung für die elektronische Erfassung und Übermittlung von Vollmachtsdaten zur Vertretung in Steuersachen. (Die Nutzung der Datenbank setzt keine Mitgliedschaft bei DATEV voraus.) Durch die Nutzung der VDB kann man Mandanten eine Dienstleistung im Rahmen der Einkommensteuererklärung anbieten, indem man sich als bevollmächtigter Berater bei der Finanzverwaltung freischalten lässt.

NUTZUNG
Der Datenzugriff setzt voraus, dass der Rechtsanwalt von seinem Mandanten mittels der von der Finanzverwaltung standardisierten „Vollmacht zur Vertretung in Steuersachen“ vom 21.11.2014 bevollmächtigt ist. Diese wird dann in die Vollmachtsdatenbank eingepflegt und übermittelt (aktuell nur die Berechtigung zum Datenabruf). Nach Freigabe durch die Finanzverwaltung kann der Rechtsanwalt die gespeicherten Daten des Mandanten mittels einer Bearbeitungssoftware abrufen, einsehen und in die Einkommensteuererklärung einfließen lassen.
Die regionalen Rechtsanwaltskammern werden ihren Mitgliedern die Nutzung der von der DATEV betriebenen VDB ermöglichen. Nähere Informationen zur Vollmachtsdatenbank erhalten Sie dort.

INFORMATIONEN FÜR SOFTWAREHERSTELLER
Die Finanzverwaltung überprüft aus Sicherheitsgründen bei jedem Abruf von Steuerdaten die Signatur der verwendeten SmartCard. Wenn diese nicht identifiziert ist, erhalten Sie keinen Zugriff auf die bei der Finanzverwaltung gespeicherten Daten. Derzeit sind nur DATEV SmartCards von der Finanzverwaltung zugelassen. Unter „weiterführende Dokumente“ sind die notwendigen Informationen zur Einbindung der DATEV SmartCards in Ihre Software und die Schnittstellenbeschreibung zur Importschnittstelle der VDB zu finden.

VIDEO Vorausgefüllte Steuererklärung

WEITERFÜHRENDE DOKUMENTE

 
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