Rechtsvergleichung

Über Berufe und Grenzen hinweg: Kosovarische Richter und Richterinnen im Austausch mit deutschen Anwälten

Wie lassen sich Zivilverfahren effizienter gestalten, die Zusammenarbeit der Beteiligten verbessern und digitale Elemente sinnvoll in Gerichtsverfahren integrieren? Darüber hat sich eine hochrangige Delegation aus dem Kosovo in Berlin mit Vertretern der Bundesrechtsanwaltskammer ausgetauscht.

27.04.2026 Europa

Über die Effizienz von Zivilverfahren diskutierten: kosovarische Richterinnen und Richter, Vertreterinnen und Vertreter des kosovarischen Justizministeriums, der IRZ und der BRAK.

Eine Delegation aus dem Kosovo hat sich in Berlin mit Vertretern der Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) über die Weiterentwicklung des Zivilprozessrechts ausgetauscht. Zu den Gästen zählten 11 Richterinnen und Richter, darunter auch der Präsident des Obersten Gerichts des Kosovo, sowie eine Vertreterin des kosovarischen Justizministeriums. Gesprächspartner auf deutscher Seite waren BRAK-Präsident Rechtsanwalt und Notar Dr. Ulrich Wessels und Rechtsanwalt Guido Kutscher, Vorsitzender des ZPO-Ausschusses der BRAK.

Im Mittelpunkt des Treffens am 23.04.2026 standen zentrale Fragen moderner Zivilverfahren: 

  • Wie lassen sich Verfahren beschleunigen
  • Wie kann die Zusammenarbeit zwischen den Verfahrensbeteiligten reibungsloser gestaltet werden?
  • Und wie weit sollte die Digitalisierung gerichtlicher Abläufe gehen? 

Auch die Grenzen digitaler Formate wurden thematisiert, etwa dort, wo eine online durchgeführte Beweisaufnahme an ihre Grenzen stößt.

Die Delegation war auf Einladung der Stiftung für internationale rechtliche Zusammenarbeit (IRZ) nach Berlin gereist. Hintergrund des Besuchs ist eine umfassende Reform der Zivilprozessordnung im Kosovo, an der die Gäste derzeit in einer Arbeitsgruppe mitwirken. Die Studienreise sollte dabei helfen, die Reformüberlegungen mit praktischen Erfahrungen aus Deutschland zu ergänzen.

Besonders geschätzt wurde von den Delegationsmitgliedern die anwaltliche Perspektive auf die Zivilprozessordnung. Vor allem die deutschen Instrumente zur Verfahrensbeschleunigung sowie das fachliche Miteinander von Richterschaft und Anwaltschaft auf Augenhöhe stießen auf großes Interesse.