DAI: Nach dem Bauturbo ist vor dem BauGB-Update
Wohnungsbau soll Vorrang erhalten, Verfahren sollen vollständig digitalisiert und Umweltprüfungen verschlankt werden. Geplant sind zudem erweiterte Vorkaufsrechte, neue Präklusionsregelungen und Anpassungen an europäische Vorgaben, die Kommunen mehr Handlungsspielraum verschaffen sollen. Doch werden die Reformen tatsächlich zu schnellerem Wohnungsbau führen – oder entstehen an anderer Stelle neue rechtliche Konfliktfelder?
BauGB-Novelle 2026: "Game changer" oder bloße Randkorrekturen?
Der Gesetzgeber legt nach: Nachdem bereits die Bauturbo-Novelle 2025 erhebliche Erleichterungen für den Wohnungsbau schaffen sollte, steht mit dem sogenannten „BauGB-Upgrade“ die nächste umfassende Reform des Bauplanungsrechts im parlamentarischen Verfahren. Ziel der Bundesregierung ist es, Planungs- und Genehmigungsverfahren weiter zu beschleunigen, zu digitalisieren und den Kommunen zusätzliche Handlungsspielräume zu eröffnen.
Erhebliche praktische Auswirkungen
Für die anwaltliche und behördliche Praxis stellt sich die Frage, welche konkreten Auswirkungen die geplanten Neuregelungen auf die Entwicklung von Wohnraum, auf Bauleitplanverfahren und auf das Zusammenspiel mit Umwelt- und Naturschutzrecht haben werden. Im Fokus steht die vorgesehene Einordnung des Wohnungsbaus als überragendes öffentliches Interesse, sie dürfte künftig erhebliche Bedeutung für Abwägungsentscheidungen und naturschutzrechtliche Konfliktlagen bringen.
Die Fortbildung beleuchtet die derzeit vorliegenden Gesetzentwürfe und ordnet deren praktische Tragweite für Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte, Kommunen sowie Genehmigungsbehörden ein. Diskutiert werden unter anderem die vollständige Digitalisierung der Beteiligungsverfahren bei der Bauleitplanung, neue Präklusionsregelungen, die Vereinfachung der Umweltprüfung, die Steuerung erneuerbarer Energien über den Flächennutzungsplan, die Stärkung von Klimaschutz und Klimaanpassung, sowie die geplante Erweiterung kommunaler Vorkaufsrechte und Maßnahmen zum Umgang mit Problemimmobilien. Ebenso werden die vorgesehenen Anpassungen des Baugesetzbuchs zur Umsetzung der EU-Wiederherstellungsverordnung und deren praktische Folgen für Planung und Genehmigung sowie die Anpassungen der BauNVO für die Steuerung des Einzelhandels thematisiert.
Rechtliche und strategische Weichenstellungen
Die Veranstaltung bietet einen fundierten Überblick über die aktuellen Entwicklungen des Gesetzgebungsverfahrens und zeigt auf, welche rechtlichen und strategischen Weichenstellungen sich bereits jetzt für die Praxis abzeichnen. Für alle im öffentlichen Baurecht tätigen Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte bietet die Veranstaltung damit die Gelegenheit, die nächste große Reform des Bauplanungsrechts bereits vor ihrem Inkrafttreten einzuordnen und ihre praktischen Auswirkungen kritisch zu bewerten.
BUCHUNG & DETAILS
Mittwoch, 13.11.2026: 13:30 - 19:00 Uhr
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