Film „Gelbe Briefe“

„Der Rechtsstaat ist kein Automat“ – BRAK begleitet Kinostart des Politdramas „Gelbe Briefe“

Ein „Goldener Bär“ für die Freiheit: Im Film „Gelbe Briefe“ erzählt Regisseur İlker Çatak das Schicksal einer Familie im Visier eines autoritären Staates. Die gezeigte Willkür ist bittere Realität nicht nur für Künstler:innen, sondern auch Journalist:innen und Anwält:innen weltweit. Die BRAK begleitete die Premierenevents in Leipzig und München, um ein deutliches Zeichen gegen Einschüchterung und für die Verteidigung rechtsstaatlicher Kontrollmechanismen zu setzen.

18.03.2026 BRAK in den Medien

Repressionen gegen kritische Künstler, Journalistinnen oder Anwälte gehören in vielen Staaten zum Alltag. Mit Beschränkungen, Strafverfolgung und Inhaftierungen gegen Anwältinnen und Anwälte befasst sich die BRAK daher regelmäßig – zuletzt im Rahmen internationaler Prozessbeobachtungsmissionen in der Türkei.

Wie staatliche Repressionen die Betroffenen aus ihrem Leben reißen und wie rechtsstaatliche Kontrollmechanismen in einem autoritären Staat zur Farce werden, zeigt der Anfang März angelaufene Film „Gelbe Briefe“ des Regisseurs İlker Çatak in sehr eindringlicher Weise am Beispiel einer Künstlerfamilie. Er wurde bei der diesjährigen Berlinale mit dem „Goldenen Bären“ ausgezeichnet.

BRAK-Vizepräsidentin Sabine Fuhrmann bei der Premiere am 5.3.2026

BRAK-Vizepräsidentin Sabine Fuhrmann bei der Premiere am 5.3.2026

Bei der Premierenveranstaltung des Films am 5.3.2026 in Leipzig betonte BRAK-Vizepräsidentin Sabine Fuhrmann in ihrem Festvortrag, wie wichtig nicht nur ein funktionierender Zugang zum Recht ist, sondern auch, dass Menschen sich nicht einschüchtern lassen und sich trauen, ihre Rechte wahrzunehmen.

„Der Rechtsstaat ist kein Automat. Er ist ein Versprechen, das eingelöst werden muss – täglich, manchmal mühsam, von uns allen gemeinsam. Nutzen Sie Ihre Rechte. Vertrauen Sie dem Rechtsstaat – nicht naiv, sondern mit dem Wissen, dass er dann am stärksten ist, wenn wir ihn einfordern und verteidigen.“

 

Christine Roth (re.) bei der Premierenveranstaltung am 4.3.2026 in München

Auch bei der Premierenveranstaltung am 4.3.2026 in München kamen die repressiven Mechanismen zur Sprache, die neben Künstler:innen auch die Anwaltschaft treffen. Rechtsanwältin Christine Roth, die gemeinsam mit der Rechtsanwaltskammer Nürnberg seit vielen Jahren Veranstaltungen zum „Tag des verfolgten Anwalts“ organisiert, thematisierte diese Parallelen in einem an die Premiere anschließenden Filmgespräch mit Regisseur İlker Çatak.

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