Nachrichten aus Berlin | Ausgabe 8/2026

Internationale Initiative zur Verbesserung richterlicher Auswahlverfahren

Das Bingham Centre for the Rule of Law nimmt im Rahmen eines Projekts mit Unterstützung der International Bar Association die richterlichen Auswahlverfahren in verschiedenen Rechtsordnungen in den Fokus. Ziel ist ein vergleichendes Toolkit, das die Qualität von Ernennungen verbessern und zugleich Transparenz, Fairness und Rechenschaft der Verfahren stärken soll.

15.04.2026 Newsletter

Das Projekt untersucht, wie Ernennungsverfahren so gestaltet werden können, dass sie sowohl qualitativ geeignete Richterinnen und Richter auswählen als auch Vertrauen in Unabhängigkeit und Integrität schaffen. Dazu werden die gegenwärtigen Praxisansätze in verschiedenen Ländern erhoben und bewertet, um daraus ein praxisnahes Instrumentarium mit Empfehlungen zu erarbeiten. Besonders betont werden dabei Schwachstellen wie politische Einflussnahme, unklare Kriterien oder mangelnde Transparenz der Entscheidungsgründe.

Teilnahme und Mitwirkung

Interessierte Anwaltskammern und andere juristische Fachorganisationen können ihre Erfahrungen mit einem ausführlichen Fragebogen einbringen. Die Eingaben werden vom Bingham Centre gebündelt und in vergleichender Form ausgewertet. Die Initiatoren betonen, dass auch Teilantworten oder knappe Einschätzungen willkommen sind. 

Ansprechpartner für Rückfragen und Rücksendung der Beiträge ist der Direktor des Bingham Centre, Dr. Jan van Zyl Smit. Interessierte Anwaltsorganisationen können ihre Antworten bis zum 28.4.2026 über den verlinkten Fragebogen einreichen.

Anwaltsorganisationen als wichtige Ansprechpartner

Angesprochen werden insbesondere nationale Anwaltsorganisationen, Law Societies und vergleichbare Berufsvertretungen, weil sie in vielen Staaten über Erfahrung mit Ernennungsverfahren, Auswahlgremien und Debatten zur richterlichen Unabhängigkeit verfügen. Gefragt sind unter anderem Hinweise auf aktuelle Reformen, wiederkehrende Probleme, bewährte Verfahrensweisen und Einschätzungen zu Kriterien und Transparenz. Die Beteiligung ermöglicht es, länderübergreifend belastbare Standards und gute Praxisbeispiele für demokratische, überprüfbare und professionell bestimmte Richterernennungsverfahren mitzugestalten.

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