Newsletter "Nachrichten aus Brüssel" | Ausgabe 8/2019 v. 18.04.2019

Ethische Leitlinien zu KI der High Level Expert Group

Die von der Europäischen Kommission eingesetzte Hochrangige Expertengruppe zur Künstlichen Intelligenz hat nun die endgültige Version ihrer ethischen Leitlinien veröffentlicht. Die 52 Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft legen in drei Kapiteln dar, wie Entwickler und Nutzer sicherstellen können, dass KI Grundrechte, bestehende Regulierung und Grundprinzipien wahrt und wie die Technologie robust und verlässlich gemacht werden kann.

Um die Vorteile von KI zu maximieren und die Risiken zu minimieren, ist demnach eine Herangehensweise zu KI erforderlich, bei der nicht die Technik ihrer selbst wegen, sondern der Mensch im Mittelpunkt steht. Im ersten Kapitel wird der ethische Zweck, dem die KI dienen soll, festgelegt. Vier ethische Prinzipien müssen dazu erfüllt sein, nämlich der Respekt vor der menschlichen Autonomie, die Verhinderung von Schäden, Fairness und Erklärbarkeit.

Im zweiten Kapitel geht es um Richtlinien für die Realisierung vertrauenswürdiger KI, dazu müssen sieben Kriterien wie Transparenz und menschliche Kontrolle, sowie Zurechenbarkeit erfüllt sein. Im dritten Kapitel schließlich werden diese Voraussetzungen praktisch anwendbar gemacht, indem eine konkrete, nicht abschließende Bewertungsliste aufgestellt wird, die dann auf den Einzelfall angewendet wird. Die Leitlinien stellen ein lebendiges Dokument dar, das regelmäßig überarbeitet werden muss, um im Zuge fortschreitender Technologie relevant zu bleiben.

Um die Realisierbarkeit dieses Ansatzes in der Praxis zu testen, startet die Expertengruppe nun eine Pilotphase bis 2020. Interessenträger sind dazu aufgerufen, daran teilzunehmen.  Die Anmeldung erfolgt online.

Im Zusammenhang mit der Veröffentlichung der Leitlinien hat auch die Kommission eine Mitteilung veröffentlicht, in der sie den menschenbezogenen Ansatz zu KI betonte.

 

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