Europaweiter Studierenden-Wettbewerb zur Verteidigung bedrohter Anwältinnen und Anwälte
Internationales, praktisches Training und Engagement für Menschenrechte – das bietet der Amicus Curiae Contest des Rates der Europäischen Anwaltschaften für Jurastudierende, Referendarinnen und Referendare. Die Bewerbungsfrist für den traditionsreichen Wettbewerb startet am 1. September 2026.
Am 1. September 2026 startet die Bewerbungsfrist für die nächste Runde des
Amicus Curiae Contest des Rates der Europäischen Anwaltschaften (CCBE). Bis zum 30.11.2026 können sich Jurastudierende in den letzten Ausbildungsjahren sowie Rechtsreferendarinnen und Rechtsreferendare aus allen 46 CCBE-Mitgliedstaaten anmelden. Ziel des Wettbewerbs ist es, junge Juristinnen und Juristen für die Bedeutung der freien und unabhängigen Anwaltschaft zu sensibilisieren und zugleich konkrete Beiträge zur Unterstützung gefährdeter Kolleginnen und Kollegen sichtbar zu machen.
Rechtsstaatliches Lernen am Praxisbeispiel
Im Mittelpunkt steht die Anfertigung eines fiktiven Amicus-Curiae-Schriftsatzes. Die Teilnehmenden entwickeln eine rechtliche Argumentation zugunsten einer Anwältin oder eines Anwalts, die oder der durch staatliche oder gesellschaftliche Repressionen aufgrund der Ausübung ihrer bzw. seiner beruflichen Pflichten bedroht oder verfolgt wird.
Diese Verbindung aus Training, Wettbewerb und menschenrechtlichem Engagement macht den Contest europaweit einzigartig: Er bietet eine wertvolle Gelegenheit, Fähigkeiten in den Bereichen juristische Recherche, Analyse und Interessenvertretung zu stärken und sich gleichzeitig mit Fragen der Rechtsstaatlichkeit und des Schutzes von Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten auseinanderzusetzen.
Der Wettbewerb findet in englischer und französischer Sprache statt.
Auszeichnung auf europäischer Bühne
Die besten Beiträge werden von einer Jury ausgewählt. Die Siegerin oder der Sieger erhält die Auszeichnung im Rahmen der CCBE-Vollversammlung in Brüssel im Juni 2027.
Zusätzlich wird der prämierte Schriftsatz online und über die Social-Media-Kanäle des CCBE veröffentlicht. Damit bietet der Wettbewerb die Chance auf internationale Sichtbarkeit.
Hintergrund
Der 1960 gegründete Rat der Europäischen Anwaltschaften (CCBE) ist die zentrale Stimme der europäischen Anwaltschaft. Er vertritt die Interessen von mehr als einer Million Anwältinnen und Anwälten über nationale Kammern und Verbände in 46 europäischen Staaten und setzt sich für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit ein. Der CCBE fungiert regelmäßig als Bindeglied zwischen seinen Mitgliedern und den Europäischen Institutionen sowie internationalen Organisationen und Anwaltsorganisationen weltweit.
Mit dem Amicus Curiae Contest will die Menschenrechtskommission des CCBE insbesondere die junge Generation für die Bedeutung anwaltlicher Berufsfreiheit und die Gefahren ihrer Einschränkung sensibilisieren.