BRAK-Magazin – neues Heft

Bewegung bei der Ausbildung – Wie der ReFa-/ReNo-Beruf attraktiver werden kann

Mit dem Schuljahresbeginn Ende August starten bundesweit auch neue Auszubildende zur Rechtsanwaltsfachangestellten und zur Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten. Im Editorial des neuen BRAK-Magazins zieht Dr. Tanja Nitschke Bilanz zur Ausbildungssituation in den Kanzleien.

21.09.2026 Publikation

Endgültige Zahlen des Bundesinstituts für Berufsbildung zu neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen liegen für dieses Jahr noch nicht vor. Der Trend zeichnet sich jedoch ab: erneut ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr.

Gegenläufig entwickelt sich dagegen die Ausbildungsvergütung. Da die Rechtsanwaltskammern seit mehreren Jahren höhere Vergütungen empfehlen, liegt das Gehalt im ersten Lehrjahr im Bundesdurchschnitt erstmals über 1.000 Euro – und damit auf Augenhöhe mit vergleichbaren Ausbildungsberufen.

Mehr Sichtbarkeit und bessere Einstiegschancen

Vergütung allein entscheidet jedoch nicht über Erfolg oder Misserfolg der Ausbildung. Ausschlaggebend sind aus Sicht junger Menschen ein identifikationsstiftendes Arbeitsumfeld, Fortbildungsperspektiven, Sichtbarkeit und Wertschätzung. Die Rechtsanwaltskammer Braunschweig zeigt, wie das gelingen kann: Laut Christoph Höxter verzeichnet sie nach gezielten Maßnahmen gegen das angestaubte Berufsimage steigende Ausbildungszahlen – entwickelt gemeinsam von Azubis, Anwaltschaft, Berufsschulen und Kammer.

Besserer Einstieg durch Onboarding und neue Fortbildungswege

Ein zentraler Hebel gegen frühe Ausbildungsabbrüche ist der Einstieg selbst. Eine gemeinsame Initiative von ReFa- und Anwaltsverbänden liefert ausbildenden Kanzleien nun konkrete Orientierung für gelungenes Onboarding. Ronja Tietje beschreibt die praktische Umsetzung im Kanzleialltag.

Parallel dazu haben BRAK, ReNo-Bundesverband und das Forum Deutscher Rechts- und Notarfachwirte ein Reformverfahren für die Fortbildung angestoßen. Seit Anfang September gelten neue Prüfungsordnungen für die Fortbildungen zum Bachelor Professional sowie zu geprüften Berufsspezialistinnen und -spezialisten. Dr. Christoph Möllers schildert den Stand der Arbeiten.

Wertschätzung als entscheidender Faktor für die Praxis

Für die langfristige Bindung an die Kanzlei bleibt Wertschätzung der wichtigste Faktor – gelebt im gegenseitigen Umgang des Kanzleialltags. Sichtbare Zeichen setzen dafür im August die erste Ehrung der besten Absolventinnen und Absolventen aller Kammerbezirke in Berlin, initiiert von BRAK, DAV und den Fachangestelltenverbänden – hierüber berichtet Jönsson – sowie der jährliche „Tag der Kanzleiheld:innen“, an dem Kanzleien die Arbeit ihrer Fachangestellten würdigen – in diesem Jahr am 11. November.

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