Anwaltschaft

IBA Report 2026: Gleichstellung bleibt Baustelle

Im März 2026 hat die International Bar Association die zweite Phase ihres global angelegten Projekts „Raising the Bar: Women in Law“ vorgelegt. Danach gibt es „gläserne Decken“ in allen juristischen Arbeitsbereichen – gefordert wird stattdessen ein kultureller Wandel, der einen fairen Rahmen schafft und strukturelle Barrieren abbaut.

02.04.2026 International

Die International Bar Association (IBA) untersucht in ihrem im März veröffentlichen Report „Raising the Bar: Women in Law“ weltweit, wie Frauen den Anwaltsberuf erleben und welche Faktoren ihre Karriere fördern oder behindern. Grundlage sind fast 5.000 Rückmeldungen von Befragten aus Kanzleien, Unternehmen, dem öffentlichen Dienst und der Justiz.

Frauen sind in dem Berufsstand global stark vertreten, erreichen jedoch deutlich seltener Spitzenpositionen. Die „gläserne Decke“ bleibt laut dem IBA-Report ein strukturelles Hindernis, das sich über alle Regionen und Arbeitsbereiche hinweg zeigt.

Belastungsfaktoren: Diskriminierung und Vereinbarkeitsprobleme

Viele Befragte berichten von geschlechtsspezifischer Benachteiligung, Mobbing, sexueller Belästigung und ungleichen Karriere- und Vergütungschancen. Hinzu kommt die Herausforderung, berufliche Anforderungen mit Familien und Pflegeaufgaben zu vereinbaren. Rund die Hälfte der Teilnehmerinnen hat Kinder, etwa 40 % übernehmen zusätzlich Pflegeverantwortung – mit spürbaren Auswirkungen auf ihre berufliche Entwicklung.

Was hilft – und wo Strukturen fehlen

Als wirksame Unterstützungsinstrumente nennen die Befragten vor allem flexible Arbeitsmodelle und Mentoring-Programme. Beide entfalten jedoch nur dann nachhaltige Wirkung, wenn sie nicht als Einzelmaßnahmen, sondern als feste Bestandteile der Organisationskultur verankert sind.

Der Report macht deutlich, dass Gleichstellung im Anwaltsberuf nicht durch punktuelle Maßnahmen erreicht wird. Gefordert ist ein grundlegender kultureller Wandel, der faire Rahmenbedingungen schafft und strukturelle Barrieren abbaut.

Eine ausführlichere Darstellung des Reports erscheint in Kürze im BRAK-Magazin 2/2026.

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Erstveröffentlichung am 02.04.2026