Bangladesch: internationale Solidarität gegen politisch motivierte Eingriffe in Kammer-Wahlen
Gemeinsam mit Anwaltsorganisationen weltweit stellt die BRAK sich gegen politisch motivierte Eingriffe in Wahlen von Anwaltskammern und -verbänden. Sie fordern ein Ende der Repressionen gegen Anwält:innen und den Schutz der Unabhängigkeit der Anwaltschaft.
Unabhängigen Berichten zufolge finden in Bangladesch in größerem Umfang politisch motivierte Eingriffe in die Wahlverfahren von Anwaltskammern und Anwaltsvereinigungen statt. Zahlreiche Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte wurden danach von Kandidaturen ausgeschlossen, an der Teilnahme an Wahlverfahren gehindert oder durch Einschüchterungen und Drohungen unter Druck gesetzt.
In einer gemeinsamen Erklärung stellen die BRAK, der Rat der Anwaltschaften Europas (CCBE), die Initiative „Day of the Endangered Lawyer“, die International Association of People's Lawyers (IAPL) sowie weitere nationale und internationale Anwaltsorganisationen sich entschieden gegen diese Eingriffe in Wahlen. Sie erklären ihre Solidarität mit allen Anwältinnen und Anwälten in Bangladesch, die ihre beruflichen und demokratischen Rechte frei und ohne Diskriminierung ausüben wollen.
Die Organisationen betonten die Bedeutung einer unabhängigen Anwaltschaft und einer freien beruflichen Selbstverwaltung als wesentliche Bestandteile der Rechtsstaatlichkeit. Sie fordern die zuständigen Stellen in Bangladesch nachdrücklich auf:
- freie, faire und diskriminierungsfreie Kammerwahlen zu gewährleisten,
- unzulässige Einschränkungen von Kandidaturen aufzuheben,
- Einschüchterungen und Repressalien gegen Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte zu beenden und
- die internationalen Standards zum Schutz der Unabhängigkeit der Anwaltschaft einzuhalten.
Die internationale Besorgnis über die Entwicklungen in Bangladesch spiegelt sich auch darin wider, dass der CCBE Bangladesch als Schwerpunktland für den „Day of the Endangered Lawyer 2027“ vorgeschlagen hat.
Weiterführende Links:
- Joint Statement der Anwaltsorganisationen (englisch)
- Presseerklärung Nr. 14 vom 7.7.2026
- Initiative „Day of the Endangered Lawyer“