Nachrichten aus Berlin

Ausgabe 14/2026 v. 8.7.2026

  • Geldwäscheprävention, anwaltliche Berufsausübung im Wandel, Vergütungsrecht und elektronischer Rechtsverkehr: Die neuen BRAK-Mitteilungen greifen zentrale berufs- und rechtspolitische Entwicklungen auf. Das neue BRAK-Magazin richtet den Blick auf aktuelle Herausforderungen für die Anwaltschaft – von europäischen Reformvorhaben über den Verwaltungsprozess bis hin zur Zukunft des Berufsstands.
  • Wie sehen Anwältinnen und Anwälte in Deutschland die Entwicklung ihres Berufs? Das Statistische Berichtssystem für Rechtsanwälte (STAR) erforscht das in regelmäßigen Abständen. In der aktuellen Umfrage geht es unter anderem um Familienfreundlichkeit, die Kanzleipflicht und Erfolgshonorare. Unterstützten Sie jetzt die empirische Forschung zur Anwaltschaft!
  • Der Hans Soldan Moot Court geht in die 14. Runde: Vom 8.-10.10.2026 verhandeln Studierende aus ganz Deutschland in Hannover einen fiktiven Zivilprozess mit anwaltlichem Berufsrechtsbezug. Gesucht werden Anwält:innen, die den Wettbewerb als Richter:innen, Juror:innen oder Korrektor:innen unterstützen – und damit den juristischen Nachwuchs fördern.
  • Im Vorfeld des Nato-Gipfels in Ankara wurden am 5. und 6. Juli erneut mehrere türkische Anwältinnen und Anwälte der progressiven Anwaltsorganisation ÇHD festgenommen – erneut unter Verletzung elementarer Verfahrensrechte. Gemeinsam mit anderen Anwaltsorganisationen protestiert die BRAK dagegen und fordert die sofortige Freilassung der Kolleginnen und Kollegen.
  • Erst das Fundament der Demokratie, dann die menschliche Fehlbarkeit vor Gericht: Der Podcast „(R)ECHT INTERESSANT!“ nimmt den Rechtsstaat unter die Lupe: Er liefert zwei Folgen über juristische Hebel gegen Verfassungsfeinde und die unbequeme Wahrheit hinter Fehlurteilen – von Millionen ausgewerteter Social-Media-Posts bis zur unbewussten Voreingenommenheit in Ermittlungsakten.
  • Für Anwält:innen sind elektronische Gerichts- und Behördenakten oft nur schwierig zu nutzen, unter anderem, weil die im Standard XJustiz codierte Aktenstruktur nicht ohne Weiteres darstellbar ist. Mit „Akte kompakt“ stellt die BRAK seit dem 2.7.2026 im beA-Portal ein Werkzeug zur Verfügung, mit dem elektronische Akten komfortabel dargestellt und weiterverarbeitet werden können.
  • Die Europäische Kommission hat am 4.6.2026 die 14. Ausgabe des EU-Justizbarometers veröffentlicht und darin die Justizsysteme der Mitgliedstaaten verglichen. Es thematisiert auch für die Anwaltschaft relevante Aspekte des Justizsystems. Für Deutschland wird an einigen Punkten Verbesserungspotenzial gesehen, an denen es im Vergleich zu anderen Mitgliedstaaten nur im Mittelfeld liegt.
  • Die geplanten Regulierungsstandards der europäischen Anti Money Laundering Authority zu konzernweiten Mindestanforderungen betreffen auch internationale Anwaltskanzleien und grenzüberschreitende Kanzleinetzwerke. Doch für sie sind die Regelungen überbordend und unverhältnismäßig und verletzen das Anwaltsgeheimnis und andere berufsrechtliche Pflichten. Die BRAK kritisiert das scharf und stellt klare Forderungen zur Überarbeitung.
  • Zur Umsetzung des EU-Geldwäschepakets entwirft die Anti Money Laundering Authority derzeit technische Regulierungsstandards. Einer von ihnen bringt anwaltliche Sammelanderkonten durch überzogene Prüfpflichten für Banken in Gefahr. Der Rat der Europäischen Anwaltschaften protestiert – und fordert die Wahrung der Verschwiegenheitspflicht und bestehender Aufsichtsstrukturen.
  • Die Bundesregierung will die neue EU-Umweltstrafrechtsrichtlinie umsetzen und zugleich die Unternehmenssanktionen bei Umweltdelikten deutlich ausweiten. Die BRAK unterstützt den grundsätzlich zurückhaltenden Ansatz im Umweltstrafrecht, warnt aber vor Überkriminalisierung, höheren Bußgeldrisiken und zusätzlichem Compliance-Druck – insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen.
  • Der Regierungsentwurf zur Neufassung des Gesetzes über die internationale Rechtshilfe in Strafsachen übernimmt weitgehend den Referentenentwurf aus dem September 2025. Die BRAK begrüßt die Modernisierung im Grundsatz, kritisiert aber weiterhin erhebliche rechtsstaatliche Lücken – vor allem beim Rechtsschutz in Auslieferungs- und Übergabeverfahren.
  • Das DAIvent „Aktuelles Arbeitsrecht an der Ostsee“ verbindet auf einzigartige Weise hochkarätige juristische Fortbildung mit einer exklusiven Auszeit am Meer. In der inspirierenden Atmosphäre von Lübeck-Travemünde – direkt an der Ostsee – bietet diese Veranstaltung Arbeitsrechtlerinnen und Arbeitsrechtlern eine ebenso intensive wie erholsame Fortbildungserfahrung.