Wenn der Staat wegschaut – BRAK begleitet Kinostart von Faraz Shariats Justizthriller „Staatsschutz“
Ein rassistischer Anschlag, eine Staatsanwältin gegen die eigene Behörde, ein System, das rechte Gewalt verharmlost: Faraz Shariats neuer Spielfilm „Staatsschutz“ ist Politthriller und Gegenwartsdiagnose zugleich. Zum bundesweiten Kinostart am 27.8.2026 unterstützt die BRAK Sonderveranstaltungen in Berlin, Hamburg und Leipzig – und setzt damit ein Zeichen für Rechtsstaatlichkeit, anwaltliche Unabhängigkeit und den Kampf gegen institutionellen Rassismus.
Ein rassistischer Anschlag, eine Staatsanwältin gegen die eigene Behörde, ein System, das rechte Gewalt verharmlost: Faraz Shariats neuer Spielfilm „Staatsschutz“ ist Politthriller und Gegenwartsdiagnose zugleich. Zum bundesweiten Kinostart am 27.8.2026 unterstützt die BRAK Sonderveranstaltungen in Berlin, Hamburg und Leipzig – und setzt damit ein Zeichen für Rechtsstaatlichkeit, anwaltliche Unabhängigkeit und den Kampf gegen institutionellen Rassismus.
Ein Film über Recht, Macht und blinde Flecken
Wie objektiv ist die deutsche Justiz? Diese Frage stellt Faraz Shariats vielfach ausgezeichneter Film „Staatsschutz“, der auf der diesjährigen Berlinale Premiere feierte. Im Zentrum steht die junge deutsch-koreanische Staatsanwältin Seyo Kim, gespielt von Chen Emilie Yan. Sie will rechter Gewalt in Ostdeutschland mit den Mitteln des Rechtsstaats entgegentreten – bis sie selbst Ziel eines rassistischen Brandanschlags wird.
Als ihre Behörde die Tat verharmlost und Hinweise auf ein rechtes Netzwerk nicht konsequent verfolgt, entscheidet Seyo, entgegen ausdrücklicher Weisung in eigener Sache zu ermitteln. Sie rollt vermeintlich abgeschlossene „Einzelfälle“ wieder auf, sucht nach Akten, Mustern und Verantwortlichkeiten – und gerät immer tiefer in ein System, das Neutralität behauptet, aber mit zweierlei Maß misst. An ihrer Seite: Anwältin Alexandra Tiedemann (Julia Jentsch) als couragierte Nebenklagevertreterin.
Regisseur Shariat erzählt mit „Staatsschutz“ einen Justizthriller über institutionellen Rassismus, behördliches Versagen und die Frage, ob ein beschädigtes System von innen heraus verteidigt werden kann. Das Drehbuch von Claudia Schaefer, Jee-Un Kim und Sun-Ju Choi basiert auf jahrelanger Recherche und Gesprächen unter anderem mit Nebenklage-Anwältinnen und -Anwälten aus Verfahren zu rassistischen Brandanschlägen und aus dem NSU-Komplex.
Sonderveranstaltungen in Berlin, Hamburg und Leipzig
Die Bundesrechtsanwaltskammer unterstützt die Sonderveranstaltungen zum Kinostart in Berlin, Hamburg und Leipzig. Im Mittelpunkt der Filmgespräche werden nicht nur die filmische Auseinandersetzung mit rechter Gewalt stehen, sondern auch die Rolle von Justiz, Anwaltschaft und Zivilgesellschaft bei der Aufarbeitung rassistischer Straftaten.
Den Auftakt bildet am Dienstag, den 25.8.2026, die exklusive Berlin-Preview im Kino International. Im Anschluss diskutieren Regisseur Faraz Shariat, Drehbuchautorin Claudia Schaefer, der Jurist und Journalist Dr. Ronen Steinke sowie Rechtsanwältin Seda Başay-Yıldız, die unter anderem als Nebenklagevertreterin im NSU-Prozess bekannt wurde. Einen einleitenden Impuls gibt die Journalistin, Autorin und Politikwissenschaftlerin Gilda Sahebi; moderiert wird der Abend von der Journalistin und Publizistin Shila Behjat.
Am Mittwoch, den 26.8.2026, folgt die Preview in Hamburg im Abaton Kino. Nach der Vorführung kommen Faraz Shariat, Ibrahim Arslan, Überlebender der rassistischen Brandanschläge von Mölln, sowie Rechtsanwältin Gül Pınar, profilierte Straverteidigerin und bis vor Kurzem Mitglied des Präsidiums der Hanseatischen Rechtsanwaltskammer Hamburg, miteinander ins Gespräch. Die Moderation übernimmt die Journalistin Nhi Le.
Leipzig: Rechtsstaatlichkeit im Gespräch
Zum offiziellen Kinostart-Special am Donnerstag, den 27.8.2026, dem Tag des bundesweiten Kinostarts, kommen in den Passage Kinos Leipzig Regisseur Faraz Shariat, die Aktivistin Newroz Duman von der Initiative 19. Februar Hanau und Strafverteidigerin Dr. Kati Lang, Vorstandsmitglied der Rechtsanwaltskammer Sachsen und Mitglied im BRAK-Ausschuss Migrationsrecht, ins Gespräch. Ein Grußwort spricht Dr. Alexander Schwarz vom European Center for Constitutional and Human Rights; moderiert wird die Veranstaltung von Lydia Lierke.
„Staatsschutz“ zeigt, wie schnell rechtsstaatliche Versprechen brüchig werden, wenn Betroffene rechter Gewalt nicht gehört, Verfahren entpolitisiert und Netzwerke zu Einzeltaten erklärt werden. Zugleich erzählt der Film von Widerstand, Selbstermächtigung und dem beharrlichen Anspruch, Recht nicht nur zu verwalten, sondern einzufordern.
Weiterführende Links:
- Trailer zum Film „Staatsschutz“
- Website zum Film: www.staatsschutz-film.de