Nachrichten aus Berlin | Ausgabe 20/2026

BRAK-Podcast: Snapchat – Harmlose Foto-App oder „Eldorado für Täter“?

Eine geplante Verbandsklage fordert fundamentale Änderungen am Geschäftsmodell der Plattform Snapchat. Auf einer Pressekonferenz Mitte September kündigte die niederländische Verbraucherschutzorganisation SOMI gemeinsam mit der Leipziger Kanzlei Spirit Legal eine europaweite Verbandsklage an. Die aktuelle Podcast-Folge gibt einen Blick hinter die Kulissen.

30.09.2026 Newsletter

Das Geschäftsmodell im Visier

Mitte September kündigte die niederländische Verbraucherschutzorganisation SOMI (Stichting Onderzoek Marktinformatie) gemeinsam mit der Leipziger Kanzlei Spirit Legal eine europaweite Verbandsklage gegen das Unternehmen Snap Inc. an. Nach einer vorausgegangenen Abmahnung soll nun der Klageweg beschritten werden, da SOMI als anerkannte Einrichtung grenzüberschreitende Verbraucherinteressen in der EU vertreten darf.

Das Besondere an dem Verfahren: Es geht nicht um individuellen Schadensersatz, sondern um strukturelle Abhilfemaßnahmen. Ziel der Kläger ist es, die Plattform und ihr grundlegendes Geschäftsmodell nachhaltig zu regulieren.

Schwere Vorwürfe: Risiken für Minderjährige

Im Podcast schildern die beteiligten Jurist:innen  und Expert:innen die massiven Gefahren, denen junge Nutzerinnen und Nutzer auf Snapchat nach ihrer Darstellung ausgesetzt sind. Zu den zentralen Kritikpunkten zählen:

Gefahren im Netz: Pornografische Inhalte, Grooming (Anbahnungsversuche durch Erwachsene), Sextortion (Erpressung mit intimen Bildern) sowie der illegale Handel mit Drogen.

Plattformdesign: Suchtfördernde Algorithmen, potenziell schädliche Schönheitsfilter und personalisierte Kontaktvorschläge, die das Risiko für Minderjährige erhöhen.

Datenschutz & KI: Der Umgang mit sensiblen sowie biometrischen Daten, Intransparenz beim KI-Chatbot „MyAI“ sowie unzureichende Jugendschutzmechanismen.

Die Initiative stützt sich dabei auf internationale Studien, laufende Gerichtsverfahren im Ausland sowie auf interne Dokumente, die im Zuge von US-Prozessen ans Licht kamen.

Welche Rechtsgrundlagen greifen?

Eingeordnet werden die juristischen Dimensionen des Falls. Im Raum stehen potenzielle Verstöße gegen den Digital Services Act (DSA), die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag sowie Vorgaben des neuen EU AI Act.

Weiterführende Links:

 

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