Til Mette erhält 15. Karikaturpreis der deutschen Anwaltschaft
Das wird man ja wohl noch zeichnen dürfen!
Am 9. September 2026 zeichnete die Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) den renommierten deutschen Künstler und Cartoonisten Til Mette mit dem 15. Karikaturpreis der deutschen Anwaltschaft aus.
Der mit 5.000 Euro dotierte Preis würdigt das außergewöhnliche künstlerische Schaffen des Cartoonisten und sein Engagement für politische wie gesellschaftliche Themen. Die Preisverleihung fand in typischem Berliner Ambiente zwischen Backstein, Graffiti und rauem Ch arme in einer ehemaligen Fabrik statt.
Begrüßung und Ehrung
BRAK-Vizepräsident und Jury-Mitglied Rechtsanwalt und Notar Dr. Thomas Remmers begrüßte die in diesem Jahr besonders große wie illustre Gästeschar. Er betonte die langjährige Tradition der BRAK, mit diesem Preis die künstlerische Auseinandersetzung mit rechtlichen und gesellschaftlichen Themen zu fördern und zu würdigen. Sein Grußwort stellte er unter das Motto „Das wird man ja wohl noch zeichnen dürfen!“. Dabei hob Remmers insbesondere die wichtige Funktion hervor, die Karikaturistinnen und Karikaturisten tagtäglich erfüllen: „Die Karikatur ist Waffe und Werkzeug zugleich. Und aus eben diesem Grunde ist sie nicht nur schützenswert, sondern elementarer Bestandteil unseres demokratischen Rechtsstaates.“
Bundesjustizministerin Dr. Stephanie Hubig unterstrich in ihrem Grußwort die Bedeutung von Meinungsfreiheit, Kunstfreiheit und Rechtsstaatlichkeit. Zugleich dankte sie der Anwaltschaft für ihren Einsatz. Sie sagte: „Karikaturen und politische Witze gehören zu einer freien Demokratie. Sie dürfen zuspitzen, provozieren und auch weh tun. Genau diese Freiheit wollen wir schützen. Der Anwaltschaft danke ich für ihren unermüdlichen Einsatz für einen Rechtsstaat, in dem Freiheit nicht nur auf dem Papier steht – sondern in dem wir frei leben, karikieren und lachen können.“
Die Laudatio hielt Martin Sonntag, Leiter des Caricatura Museums in Frankfurt am Main und Jurymitglied: „Til Mette ist ein Kenner. Er kennt das Leben. Er kennt die Welt. Er kennt die Komik, und er weiß sie, sehr zu unserer Freude, einzusetzen, damit wir das Leben und die Welt verstehen. Til Mettes Zeichnungen sagen uns: Leute, nehmt das Leben selbst in die Hand – gegen die Dummheit und den Irrsinn in der Welt.“
Der Preisträger: Til Mette
Til Mette zeichnete schon seit frühester Kindheit – mit seinem Vater und seinem Onkel – zur Unterhaltung. Während seines Studiums der Geschichte und Kunst in Bremen wurden bereits erste Cartoons in der Süddeutschen Zeitung und der Frankfurter Rundschau veröffentlicht. Anders als geplant wurde Til Mette schließlich nicht Lehrer, sondern einer der prägendsten deutschen Cartoonisten. Er war Mitbegründer der taz Bremen, für die er später auch zeichnete – ebenso wie für den Bremer Weser-Kurier und drei Jahrzehnte lang für den stern.
Neues Werk: „Rechtsstaat”
Anlässlich der Preisverleihung präsentierte Mette das eigens für die BRAK geschaffene Werk „Rechtsstaat“, eine mit Fineliner und Filzstift schwarz gehaltene Zeichnung auf Papier im Format 21 cm x 29,7 cm. Es wird als Kunstdruck in einer limitierten Auflage von 100 Exemplaren angeboten, handsigniert und nummeriert.
Julia Haderer, Expertin der Schule des Ungehorsams e. V. und Jurymitglied, charakterisiert die Werke von Mette als „Weltpolitik in der Geborgenheit des Wohnzimmers“. Seinen Stil bezeichnet sie als unverkennbar, seine Pointen als ebenso präzise wie überraschend: „Mit lockerem Strich zeichnet Til Mette Alltagsszenen, mit denen sich Leserinnen und Leser sofort identifizieren können. Meist in Schwarz-Weiß gehalten, spielen seine Cartoons im klassischen Wohnzimmer des deutschen Bürgertums, auf dem Sofa, beim gemeinsamen Essen mit Freunden, draußen auf der Straße, im Garten oder im Park. Szenen, in denen man sich sofort wiedererkennt und zu Hause fühlt – bis man plötzlich durch eine unerwartete, oft schon absurde Aussage einer der gezeichneten Figuren aus der wohligen Atmosphäre geradezu herauskatapultiert wird.“ Seine über dreißig Jahre lang im stern erscheinenden wöchentlichen Cartoons hätten die deutsche Satirelandschaft entscheidend geprägt, so Haderer. Das Publikum dankte Mette für sein Engagement und für das Werk „Rechtsstaat“ mit stehenden Ovationen.
Hintergrundinformationen
Seit 1998 verleiht die Bundesrechtsanwaltskammer den Karikaturpreis der deutschen Anwaltschaft. Damit ehrt sie das unermüdliche Engagement national und international herausragender Karikaturisten. Künstler, die sich mit ihren kritischen Darstellungen aktueller politischer und kultureller Missstände auf hintergründige Weise für eine gerechtere und menschlichere Welt einsetzen. Wie Rechtsanwälte ergreifen Karikaturisten Partei für Benachteiligte und Schwache und unterstützen sie im Kampf gegen Unrecht, Missachtung, Trägheit und Ignoranz. Ihre Waffen? Zynisch-ironische Zerrbilder, die die Missstände wortlos aber scharfsinnig auf den Punkt bringen. Diesen Beitrag der künstlerischen Anwälte für mehr Gerechtigkeit würdigt die BRAK als Dachverband der deutschen Anwaltschaft alle zwei Jahre durch den mit 5.000 Euro dotierten Preis.
Die Karikatur „Rechtsstaat“, die Til Mette anlässlich der Preisverleihung exklusiv für die Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) gezeichnet hat, ist als Kunstdruck (Format 50 x 65 cm) in einer limitierten Auflage von 100 Stück bei der BRAK erhältlich. Jeder Druck ist von Til Mette von Hand nummeriert und signiert. Der Druck kann für 249 Euro, zzgl. 3 Euro Verpackungskosten (gerollter Versand) und 6,99 Euro Porto (zzgl. 19 % Mehrwertsteuer), bei der BRAK (bestellungen@brak.de) bestellt werden. Sollten Sie eine Wunschnummer haben, prüfen wir gerne die Verfügbarkeit. Bitte geben Sie die Nummer bei der Bestellung an.