Anwaltschaft gemeinsam gestalten
Das neue BRAK-Magazin widmet sich mit einem Schwerpunkt erstmals ausschließlich der Entwicklung der Anwaltschaft. Im Fokus stehen dabei Anwältinnen – zahlenmäßig im Beruf unterrepräsentiert, vor allem an der Spitze von Kanzleien, aber unverzichtbar, um nachhaltig einen flächendeckenden Zugang zu rechtlicher Beratung zu gewährleisten. BRAK-Vizepräsidentin Sabine Fuhrmann und BRAK-Schatzmeisterin Leonora Holling verstehen das Heft als Aufruf an alle Anwälte und Anwältinnen, die Anwaltschaft gemeinsam zu gestalten.
Zwar sind heute mehr als 60 % der Jurastudierenden weiblich, doch nur 37,9 % aller zur Anwaltschaft Zugelassenen. Und gerade in Führungspositionen, in wirtschaftlich starken Kanzleistrukturen und bei der Vergütung zeigen sich weiterhin deutliche Ungleichgewichte. So sind Frauen in den Spitzen großer Kanzleien nach wie vor unterrepräsentiert; zugleich besteht bei vollzeitbeschäftigten angestellten Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten weiterhin ein erheblicher Gender Pay Gap.
Strukturen verändern, Teilhabe stärken
BRAK-Vizepräsidentin Sabine Fuhrmann und BRAK-Schatzmeisterin Leonora Holling verweisen in ihrem gemeinsamen Editorial zum neuen BRAK-Magazin darauf, dass diese Unterschiede kein Zufall seien, sondern Ausdruck gewachsener Strukturen. Besonders betroffen seien Rechtsgebiete wie Familien-, Sozial- und Migrationsrecht, in denen Anwältinnen überproportional häufig tätig sind – und in denen wirtschaftliche Belastungen ebenso wie Bedrohungen und Übergriffe besonders spürbar seien.
Mehr Mitwirkung in Selbstverwaltung und Berufspolitik
Zugleich verstehen Fuhrmann und Holling den Themenschwerpunkt als klaren Aufruf zur Mitgestaltung: Die Stimmen von Anwältinnen sind für sie in Kammern, Ausschüssen, Vorständen und der berufspolitischen Debatte unverzichtbar. Zwar sei ihr Anteil in den Kammerpräsidien und Vorständen gestiegen, doch bestehe weiterhin deutlicher Handlungsbedarf.
Das Heft versammelt hierzu unterschiedliche Stimmen und Perspektiven – von Zahlen und Studien bis hin zu persönlichen Erfahrungen aus verschiedenen Berufsphasen. Die Aussage von Holling und Fuhrmann ist klar: Der Anwaltsberuf ist gestaltbar, und die Anwaltschaft lässt sich nur gemeinsam weiterentwickeln.
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