Nachrichten aus Berlin | Ausgabe 5/2026

BRAK-Mitteilungen & BRAK-Magazin: neue Ausgaben

Zwischen dem Schutz des Anwaltsberufs auf europäischer Ebene und der existenzsichernden Vergütung im nationalen Alltag bewegen sich die neuen Ausgaben von BRAK-Mitteilungen und BRAK-Magazin. Im Fokus stehen die ökonomische Gefährdung des Rechtsstaats durch ein veraltetes Vergütungssystem, der historische Meilenstein der Europaratskonvention zum Schutz des Anwaltsberufs und die Erkenntnis, dass Schweigen keine Option ist, wenn Rechtstaaten erodieren.

04.03.2026 Newsletter

BRAK-Mitteilungen

Der Rechtsstaat braucht eine starke, angemessen alimentierte Anwaltschaft, um systemischen Schaden abzuwenden. Das mahnt BRAK-Präsident Dr. Ulrich Wessels in den „Akzenten“ der neuen Ausgabe an. Mit Blick auf die zunehmende Flut von KI-generierten, oft fehlerhaften Schriftsätzen bei den Sozialgerichten und den gleichzeitigen Rückgang von Fachanwaltschaften in diesem Bereich warnt er vor einer „gefährlichen Schieflage“. Wenn Anwältinnen und Anwälte als Mittler fehlen, weil die Vergütung zum „Draufzahlgeschäft“ wird, gefährdet dies den Zugang zum Recht für alle Bürger.

Im Schwerpunkt widmet sich das Heft dem zehnjährigen Bestehen der Syndikusanwaltschaft: Martin W. Huff gibt eine umfassende Übersicht zur aktuellen Rechtsprechung rund um die Zulassung nach §§ 46 ff. BRAO und zeigt auf, an welchen Stellen der Gesetzgeber nachbessern muss. Dr. Christian Völker analysiert die aktuelle Rechtsprechung zur Rechtsschutzversicherung im Jahr 2025, wobei er insbesondere die anhaltende Bedeutung der „Diesel-Fälle“ beleuchtet. Andreas Handziuk setzt sich mit der Reform des Abwicklerinstituts (§ 55 BRAO) auseinander, um die finanziellen Risiken durch sog. „Chaoskanzleien“ zu begrenzen.

Außerdem im Heft: Hannah Hölzen untersucht den Regierungsentwurf zur Neuordnung der berufsrechtlichen Verfahren. Die Autoren Antje Jungk, Karin Gerauer und Holger Grams liefern ihren Überblick zur anwaltlichen Haftung, diesmal mit Fokus auf den Verjährungsbeginn bei nachteiligen Berufungsurteilen. Das neue „Stichwort Berufsrecht“ erläutert die Voraussetzungen für den Widerruf einer Anwaltszulassung (§ 14 BRAO).

BRAK-Magazin

„2026 – eine neue Hoffnung!?“: Im Editorial berichtet BRAK-Vizepräsident André Haug eindringlich vom Prozessauftakt in Silivri gegen den Vorstand der Istanbuler Anwaltskammer. Die beispiellose Präsenz von über 60 internationalen Prozessbeobachtern setzte ein kraftvolles Zeichen für die Unabhängigkeit der Anwaltschaft gegen staatliche Willkür.

Ein historischer Erfolg für den Berufsstand: Am 26.1.2026 zeichnete Deutschland als 26. Staat die europäische Konvention zum Schutz der Anwaltschaft. Im Interview erläutert Laurent Pettiti den zehnjährigen Weg zu diesem Schutzinstrument gegen Diffamierung und Bedrohung. Dass Gerechtigkeit einen langen Atem braucht, zeigte auch der Tag des verfolgten Anwalts. Über die daran anknüpfenden Veranstaltungen in Nürnberg und Berlin berichtet Dr. Tanja Nitschke. Flankierend dazu erinnert die Gymnasiastin Ilayda Cetin an das Erbe von Hans Litten – ein zeitloses Symbol für den anwaltlichen Widerstand gegen Unrecht.

Wie die Schieflage des Vergütungssystems den Zugang zum Recht gefährdet – dieser Frage gehen Lissa Gerking und Anja Jönsson nach und resümieren die Ergebnisse der 8. Konferenz „Anwaltschaft im Blick der Wissenschaft“. Warum es sich lohnt, „mootig“ zu sein und Professionalität schon im Studium zu leben, verrät der Bericht von Anja Jönsson zum 13. Hans Soldan Moot Court.

Weitere Themen: Die Zukunft des EU-Strafrechts (Astrid Gamisch), neue Pflichten zur Barrierefreiheit im E-Commerce (Dr. Frank Remmertz) sowie aktuelle Berichte aus der Arbeit der BRAK.

Hintergrund:

Mit ihren Zeitschriften informiert die BRAK über aktuelle Entwicklungen in Berufsrecht und Berufspolitik; zudem berichtet sie aus ihrer Arbeit und erörtert berufspraktische Fragen. Die BRAK-Mitteilungen enthalten außerdem amtliche Bekanntmachungen, insbesondere von Änderungen der Berufsordnung für Rechtsanwälte (BORA) und der Fachanwaltsordnung (FAO). Anwältinnen und Anwälte erhalten den Zugang über ihr besonderes elektronisches Anwaltspostfach (beA). Die Zeitschriften sind zudem über den BRAK-Mitteilungen-Newsletter und als App (Apple & Google) verfügbar.