Gedenktag am 24. Januar

Tag des verfolgten Anwalts: Veranstaltungen in Nürnberg und Berlin

Der internationale Gedenktag des bedrohten Anwalts wird jährlich am 24. Januar begangen. Er macht auf die Schicksale von Anwältinnen und Anwälten aufmerksam, die wegen ihrer anwaltlichen Tätigkeit Hass, Bedrohung und Verfolgung erfahren. Die Rechtsanwaltskammern Berlin und Nürnberg organisieren mehrere Veranstaltungen dazu.

12.01.2026Anwaltschaft

Mit dem Tag des verfolgten Anwalts wird jedes Jahr auf die Schicksale von Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten aufmerksam gemacht, die wegen ihrer anwaltlichen Tätigkeit bedroht, inhaftiert und verfolgt werden. Der Gedenktag wurde von europäischen Anwaltsvereinigungen ins Leben gerufen und knüpft an die Ermordung spanischer Gewerkschaftsanwälte im Jahr 1977 an.

In jedem Jahr wird dabei das Augenmerk besonders auf die Situation in einem Land gerichtet. Im Jahr 2026 liegt der Fokus auf dem massiven Abbau von Rechtsstaatlichkeit und Demokratie in den USA, der unter anderem mit repressiven Maßnahmen gegen Kanzleien und Anwaltsorganisationen einhergeht. Zu diesen Entwicklungen hat sich auch die BRAK wiederholt kritisch geäußert und sich u.a. in einem gemeinsam Aufruf mit Anwaltsorganisationen aus zahlreichen anderen Ländern mit den US-amerikanischen Kolleg:innen solidarisch erklärt.

Der Gedenktag wird seit 2009 jährlich am 24. Januar begangen. An und um diesen Tag organisieren Anwaltsorganisationen in vielen Ländern Veranstaltungen, so auch in Deutschland. Seit vielen Jahren organisieren die Rechtsanwaltskammern Berlin und Nürnberg gemeinsam mit Partnerorganisationen Veranstaltungen zum Tag des verfolgten Anwalts.

Veranstaltungs-Triple in Berlin

In Berlin lädt die Rechtsanwaltskammer Berlin am 27.1.2026, 18 Uhr, gemeinsam mit dem Deutschen Anwaltverein und dem Republikanischen Anwältinnen- und Anwälteverein (RAV) zu einer Diskussionsveranstaltung ein. Die US-Anwält:innen Ben Wizner, Direktor des ACLU-Projekts für Meinungsfreiheit, Persönlichkeitsschutz und Technologie, Rachel Cohen und der Menschenrechtsanwalt Reed Brody diskutieren über die jüngsten Entwicklungen im US-amerikanischen Rechtssystem. Die englischsprachige Veranstaltung findet in den Räumen des Deutschen Anwaltvereins, Littenstr. 11, 10179 Berlin statt; außerdem ist eine Teilnahme online möglich. Einlass ist ab 17:30 Uhr.

Am 23.1.2026 um 13:00 Uhr rufen die Rechtsanwaltskammer Berlin, die Vereinigung Demokratischer Jurist*innen, die Vereinigung Berliner Strafverteidiger*innen und der RAV gemeinsam zu einer Kundgebung vor der US-Botschaft (Pariser Platz 2, Berlin) auf.

Am 22.1.2026 findet eine Online-Pressekonferenz zur Situation in den USA statt. Dort spricht u.a. die UN-Sonderberichterstatterin für die Unabhängigkeit von Richtern und Rechtsanwälten, Margaret Satterthwaite. Weitere hochkarätige Redner:innen stellen den Bericht der Koalition für den „International Day of the endangered Lawyer“ zu den rechtsstaatlichen Missständen in den USA vor.

Symposium in Nürnberg

Unmittelbar am Gedenktag, am 24.1.2026, 18 Uhr, laden die Rechtsanwaltskammer Nürnberg, Amnesty International und das Memorium Nürnberger Prozesse zu einer Veranstaltung in den Nürnberger Justizpalast ein. Den Festvortrag hält der Direktor der Internationalen Akademie Nürnberger Prinzipien, Prof. Dr. Christoph Safferling. Er wird zeigen, warum die Unterstützung von Staaten und Zivilgesellschaft entscheidend sind, um das Prinzip zu schützen, dass niemand über dem Recht steht.

Die Veranstaltung findet im Schwurgerichtssaal 600 des Memoriums Nürnberger Prozesse statt. Der Eintritt ist frei, es wird jedoch um Anmeldung gebeten.

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