Nachrichten aus Berlin

Aktuelles aus Anwaltschaft und Rechtspolitik

Themen sind u.a. Sonderkammer für Insolvenzverwalter: BRAK kritisiert unnötige Doppelstruktur; Umfrage zu mentaler Gesundheit: Wie belastet sind Anwältinnen und Anwälte?; Kammergericht stärkt Anwält:innen gegen mediale Pranger-Berichterstattung

05.08.2026 Newsletter
  • Wie sehen Anwältinnen und Anwälte in Deutschland die Entwicklung ihres Berufs? Das Statistische Berichtssystem für Rechtsanwälte (STAR) erforscht das in regelmäßigen Abständen. Gerade ist die neue Umfrage gestartet. Darin geht es unter anderem um Familienfreundlichkeit, die Kanzleipflicht und Erfolgshonorare. Unterstützten Sie jetzt die empirische Forschung zur Anwaltschaft!
  • Mit Sanktionen gegen Ankläger:innen, Richter:innen sowie andere mit dem Internationalen Strafgerichtshof zusammenarbeitende Personen untergräbt die US-Regierung effektiven Rechtsschutz für die Opfer schwerster internationaler Verbrechen. Die wichtigste internationale Anwaltsorganisation – die IBA – appelliert an die Vertragsstaaten des IStGH-Statuts, den Gerichtshof uneingeschränkt zu unterstützen.
  • Statt der bisherigen Vorauswahl über dezentrale Listen bei den Insolvenzgerichten sollen Insolvenzverwalter nach einem aktuellen Entwurf des Bundesjustizministeriums künftig in einer eigenen Kammer organisiert sein, mit eigener Zulassung, Berufsaufsicht und Berufsgerichtsbarkeit. Aus Sicht der BRAK schafft das eine unnötige Doppelstruktur – denn die meisten Insolvenzverwalter sind Anwält:innen.
  • Stress, Fristen, Verantwortung: Der anwaltliche Alltag fordert viel. Eine aktuelle IFB-Studie will sichtbar machen, wie es um die mentale Gesundheit in der Anwaltschaft steht – und braucht dafür möglichst viele Teilnehmende.
  • Rechtschreibfehler unter der Haut, schielende Schlümpfe und Motive, die besser nie gestochen worden wären: In einer neuen Spezial-Folge des Podcasts „(R)ECHT INTERESSANT!“ spricht die Tattoo-Artistin und Sachverständige Fauve Lex über misslungene Tattoos, Beweisfragen und die Grenze zwischen Geschmack, Erwartung und handwerklichem Mangel.
  • Ein rassistischer Anschlag, eine Staatsanwältin gegen die eigene Behörde, ein System, das rechte Gewalt verharmlost: Faraz Shariats neuer Spielfilm „Staatsschutz“ ist Politthriller und Gegenwartsdiagnose zugleich. Zum bundesweiten Kinostart am 27.8.2026 unterstützt die BRAK Sonderveranstaltungen in Berlin, Hamburg und Leipzig – und setzt damit ein Zeichen für Rechtsstaatlichkeit, anwaltliche Unabhängigkeit und den Kampf gegen institutionellen Rassismus.
  • Die Europäische Union arbeitet an einer einheitlichen Rechtsform für Start-ups und Scale-ups – der EU Inc. Der Verordnungsentwurf zum 28. Regime stößt jedoch auf Vorbehalte. Die BRAK mahnt deutliche Nachbesserungen an: Beschleunigung dürfe nicht auf Kosten von Rechtssicherheit, Gläubigerschutz und wirksamer Missbrauchsbekämpfung erkauft werden.
  • Mit der Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD) schafft die EU erstmals einen unionsweiten Rahmen für menschenrechts- und umweltbezogene Sorgfaltspflichten großer Unternehmen. Sie ist bis Juli 2027 in nationales Recht umzusetzen. Für die Umsetzung in Deutschland fordert die BRAK, anwaltliche Beratung und Vertretung nicht als Teil der Aktivitätskette anzusehen – zum Schutz des Anwaltsgeheimnisses.
  • Das Kammergericht Berlin hat der identifizierenden Berichterstattung über eine Asylrechtsanwältin im Zusammenhang mit dem Solingen-Attentat enge Grenzen gesetzt. Über die richtungsweisende Entscheidung berichtete beck-aktuell zeitnah und hob dabei die bereits früh von der BRAK vertretene Position hervor: Wer Rechtsbeistand leistet, vertritt das Recht – nicht die Tat.
  • Die Jahresarbeitstagung Erbrecht des Deutschen Anwaltsinstituts zählt seit Jahren zu den zentralen Fachveranstaltungen im deutschen Erbrecht. Sie bietet Fachanwältinnen und Fachanwälten für Erbrecht sowie allen in diesem Rechtsgebiet tätigen Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten einen umfassenden Überblick über die aktuellen Entwicklungen in Rechtsprechung, Gesetzgebung und Beratungspraxis. Sie wollen ihr Netzwerk ausbauen und ihr Wissen praxistauglich erweitern?