Nachrichten aus Berlin

Ausgabe 18/2026 v. 2.9.2026

  • Wie sehen Anwältinnen und Anwälte in Deutschland die Entwicklung ihres Berufs? Das Statistische Berichtssystem für Rechtsanwälte (STAR) erforscht das in regelmäßigen Abständen. In der aktuellen Umfrage geht es unter anderem um Zukunftsfragen wie Familienfreundlichkeit, die Kanzleipflicht und Erfolgshonorare. Bringen Sie Ihre Sicht jetzt noch ein!
  • Der 14. Soldan Moot Court zur anwaltlichen Berufspraxis geht in die entscheidende Phase: Für die Bewertung der Schriftsätze und die mündlichen Verhandlungen vom 8. bis 10.10.2026 in Hannover werden weiterhin engagierte Praktikerinnen und Praktiker gesucht. Wer mitwirkt, fördert nicht nur hervorragende Nachwuchsjuristinnen und -juristen, sondern begegnet vielleicht schon den Kolleginnen und Kollegen von morgen.
  • Das Bundesjustizministerium will das Berufsrecht der Insolvenzverwalter neu ordnen – mit bundesweiter Zulassung, zentraler Kammer, eigenem Register und eigener Berufsgerichtsbarkeit. Im BRAK-Podcast „(R)echt Interessant!“ spricht Insolvenzrechtler Rolf Pohlmann darüber, warum der Entwurf zwar reale Probleme trifft, aber neue Doppelstrukturen schafft. Die BRAK teilt das Ziel einheitlicher Standards – nicht aber den vorgeschlagenen Weg dorthin.
  • Damit Umsätze nicht mehr verschleiert werden können, will das Bundesfinanzministerium für Unternehmen ab einem Umsatz von 100.000 Euro eine Kassenpflicht einführen. Die Pflicht zur elektronischen Aufzeichnung soll unterschiedslos für alle Unternehmen gelten. Die Anwaltschaft ist kein bargeldintensiver Beruf – die BRAK fordert daher für sie eine Ausnahme von der Kassenpflicht.
  • Die Europäische Kommission startet eine Webinar-Reihe zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Justiz. Den Auftakt bildet am 15.9.2026 ein Online-Webinar zu KI-Tools für administrative und verfahrensbezogene Aufgaben in Gerichten. Auch Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte sowie weitere Akteure aus der Rechtspraxis können teilnehmen.
  • Um Ausbildende bestmöglich unterstützen zu können, führt das Bundesinstitut für Berufsbildung derzeit eine Umfrage durch. Gefragt ist die Sicht aller, die in Betrieben und Kanzleien in die Ausbildung angehender Fachkräfte involviert sind – auch von Anwält:innen und Rechtsanwaltsfachangestellten.
  • Darf die Polizei gegen eine Protestaktion unmittelbar nach allgemeinem Polizeirecht vorgehen, wenn sie die Versammlung als von Beginn an unfriedlich einstuft, ohne sie zuvor nach dem Versammlungsgesetz aufzulösen? Mit dieser Frage befasst sich eine Verfassungsbeschwerde gegen ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts. Polizeikessel ohne Auflösung – die BRAK hält die Verfassungsbeschwerde für begründet.
  • Ein Unfall, eine bewusstlose Person, eine akute Gefahrenlage: Wer eine Notsituation beobachtet, muss im Rahmen des Möglichen und Zumutbaren helfen. Darum geht es in einer dpa-Meldung, die unter anderem in der FAZ erschienen ist. Neben weiteren strafrechtlichen Einschätzungen ordnet darin Leonora Holling, Rechtsanwältin und Schatzmeisterin der Bundesrechtsanwaltskammer, die rechtlichen Grenzen der Hilfeleistung ein.
  • Das Mietrecht und das Gebäudeenergierecht stehen erneut vor weitreichenden Reformen. Mit dem geplanten „Mietrecht II“ und der jüngst beschlossenen Novelle des Gebäudeenergiegesetzes werden zentrale Rahmenbedingungen für Mietverhältnisse, Modernisierungen und Heizungsanlagen neu justiert. Für die anwaltliche Praxis zeichnen sich bereits heute zahlreiche neue Beratungs- und Streitfragen ab. Sind Sie darauf vorbereitet?