Berufsrecht und -politik

BRAK-Mitteilungen & BRAK-Magazin: neue Ausgaben

Die Unabhängigkeit der Anwaltschaft, die Nutzung von KI im Kanzleialltag, die Fachanwaltsfortbildung und die aktuelle Rechtsprechung des BGH zur Kanzleipflicht sind Themen im neuen Heft der BRAK-Mitteilungen. Das neue BRAK-Magazin legt seinen Fokus auf die Entwicklung der Anwaltschaft – und vor allem auf die Situation von Anwältinnen.

29.04.2026 Publikation

In den „Akzenten“ der neuen BRAK-Mitteilungen warnt BRAK-Präsident Dr. Ulrich Wessels vor einer schleichenden Erosion rechtsstaatlicher Strukturen. Gradmesser sind für ihn u.a. zunehmende Angriffe und Bedrohungen, zuletzt etwa gegen Migrationsrechtlerinnen aus Berlin und Dresden. Für Wessels steht fest: Wer die unabhängige Ausübung des Anwaltsberufs attackiert, greift ein zentrales Element rechtsstaatlicher Ordnung an. Rechtsstaatliche Strukturen müssen daher so abgesichert werden, dass sie nicht bei veränderten politischen Mehrheiten schleichend ausgehöhlt werden können. Dazu zählt nicht nur die im Januar von Deutschland unterzeichnete Europarats-Konvention zum Schutz des Anwaltsberufs. Auch im deutschen Grundgesetz muss eine unabhängige anwaltliche Beratung abgesichert werden.

Was gute Juristinnen bzw. Anwälte ausmacht, erörtert Dr. Ronen Steinke. Prof. Dr. Bertram Schmitt erläutert, welche unverzichtbare Bedeutung eine freie und unabhängige Anwaltschaft für den Zugang zum Recht hat, wie unabhängige Schlichtung zwischen Mandantschaft und Anwaltschaft dazu beitragen kann und warum die Unabhängigkeit der Anwaltschaft in der Verfassung abgesichert werden muss. 

Nicole Genitheim, Ottheinz Kääb und Simone Scholz stellen die Ergebnisse einer empirischen Untersuchung vor, die beleuchtet, wie Anwältinnen und Anwälte in ihren Kanzleien künstliche Intelligenz derzeit einsetzen. Nathalie M. Brede beleuchtet die aktuelle Rechtsprechung des BGH zum Fernunterricht und ihre Folgewirkungen für die Fachanwaltsfortbildung.

Außerdem im Heft: die Übersicht zur haftungsrechtlichen Rechtsprechung von Antje Jungk, Karin Gerauer und Holger Grams, Berichte aus der Arbeit der BRAK im nationalen, europäischen und internationalen Bereich und das neue „Stichwort Berufsrecht“, diesmal zur Kanzleipflicht.

Passend dazu bespricht Martin W. Huff im Rechtsprechungsteil die vieldiskutierte Entscheidung des BGH zur Kanzleipflicht. Außerdem wird weitere berufsrechtliche Rechtsprechung dokumentiert, u.a. zur Zustimmungspflicht einer Sozietät, wenn ihr ausscheidender Sozius Mandate mitnimmt (BGH), zu Anforderungen an eine Vergütungsvereinbarung (BGH) und zur Zulässigkeit einer 15-Minuten-Zeittaktklausel in einer Vergütungsvereinbarung mit einem Unternehmer-Mandanten (OLG Düsseldorf).

Das neue BRAK-Magazin widmet sich als Schwerpunktheft einem wichtigen Zukunftsthema: der Entwicklung der Anwaltschaft. Im Fokus steht dabei eine Gruppe, die gemessen an ihrem Anteil im Jurastudium und Referendariat in der Anwaltschaft unterrepräsentiert, aber angesichts der demographischen Entwicklung unverzichtbar ist, um auf lange Sicht flächendeckend Zugang zu rechtlicher Beratung sicherzustellen: Anwältinnen.

Das Heft thematisiert u.a. die zahlenmäßige Entwicklung der Anwaltschaft (Dr. Tanja Nitschke), berufliche Hürden für Anwältinnen weltweit (Anja Jönsson), geschlechtsbezogene Einkommensunterschiede (Dr. Tanja Nitschke) und Strategien bei der Honorarverhandlung (Dr. Anja Schäfer) sowie Anwältinnen in der Selbstverwaltung (Ellen Neugebauer / Dr. Tanja Nitschke). Außerdem sprechen fünf Juristinnen – von der Referendarin (Ines Garritsen) über die frischgebackene Anwältin (Melissa Sinan), die Anwaltsnotarin in eigener Kanzlei (Annika Seebach), angestellte Anwältinnen in Wirtschaftskanzleien (Judith C. Nikolay) bis zur Großkanzlei-Partnerin (Katharina Humphrey) – über Herausforderungen und Chancen, die der Beruf Anwältin für sie bedeutet – und zeigen damit Ansatzpunkte, wie die Anwaltschaft gemeinsam den Beruf zukunftsfest gestalten kann.

Hintergrund:

Mit ihren Zeitschriften informiert die BRAK über aktuelle Entwicklungen in Berufsrecht und Berufspolitik; zudem berichtet sie aus ihrer Arbeit und erörtert berufspraktische Fragen. Die BRAK-Mitteilungen enthalten außerdem amtliche Bekanntmachungen, insbesondere von Änderungen der Berufsordnung für Rechtsanwälte (BORA) und der Fachanwaltsordnung (FAO). Anwältinnen und Anwälte erhalten den Zugang über ihr besonderes elektronisches Anwaltspostfach (beA). Die Zeitschriften sind zudem über den BRAK-Mitteilungen-Newsletter und als App (Apple & Google) verfügbar.